February 28, 2018 / 9:00 AM / 3 months ago

Schweizer Börse startet tiefer - Zinsentwicklung im Fokus

Zürich, 28. Feb (Reuters) - Negative Vorgaben aus den USA und aus Fernost haben am Mittwoch die Schweizer Börse belastet. Händler sagten, aufgeflammte Zins- und Konjunktursorgen machten die Anleger vorsichtig. Der SMI sank um 0,4 Prozent auf 8960 Zähler. Am Dienstag hatte der Leitindex um 0,4 tiefer geschlossen.

Händler sagten, obwohl die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Jerome Powell nicht auf eine aggressivere Zinspolitik einschwenken wolle, seine Äusserungen als etwas “falkenhafter” als die seiner Vorgängerin Janet Yellen aufgenommen worden. In seiner ersten Anhörung im Kongress sagte Fed-Chef Powell, seine Zuversicht, dass die Teuerung anziehen werde, habe zugenommen. Sollte die Konjunktur zu sehr heisslaufen, werde die Fed die Zinsen schneller anheben. Dies liess die Wall Street nach einem festeren Start um 1,2 Prozent tiefer schliessen. Damit sei die Wahrscheinlichkeit von vier Zinserhöhungen bis Dezember auf 26 Prozent gestiegen.

Dazu kamen enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Japan und China. Dies habe zusammen mit den Konjunkturzahlen vom Vortag aus der Euro-Zone und von der US-Industrie die Hoffnung der Anleger, dass der weltweite Konjunkturaufschwung dieses Jahr den Märkten Auftrieb gibt, getrübt, hiess es.

Im Fokus der Anleger stand eine Flut von Firmenbilanzen aus der zweiten Reihe. Dazu zählen unter anderem der Vermögensverwalter EFG International, dessen Aktien um gut acht Prozent einbrachen. Der Gewinn liege unter den Erwartungen, kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Enttäuschend sei, dass im ersten Halbjahr 2018 noch einmal mit fusionsbedingten Vermögensabflüssen gerechnet werde. Das Sammelsurium an Sondervorgängen mache es einmal mehr schwierig, die tatsächliche operative Leistung zu würdigen. “Hoffentlich hat die Bank nun endgültig Tabula rasa gemacht”, schrieb ZKB-Analyst Michael Kunz.

Stark unter Druck standen die Aktien von Leclanche. Der Hersteller von Energiespeicherlösungen hat in einer Mitteilung auf einen potenziellen Verlust für 2017 von 40 Millionen Franken und auf eine potenzielle Überschuldung per Ende 2017 hingewiesen. Die Revisionsgesellschaft PricewaterhouseCoopers habe die Firma dazu verpflichtet, die Finanzlage per 28. Februar 2018 zu bereinigen. Die Aktien brachen um zwölf Prozent ein.

Die Anteile der Anlagenbauer Sulzer und Georg Fischer gaben nach der Veröffentlichung des Jahresberichts um 3,5 und 1,4 Prozent nach.

Die Aktien von Kühne+Nagel sackten um 4,5 Prozent ab. Der Logistikkonzern habe die Analystenschätzungen leicht verfehlt, hiess es am Markt. “Das erträgt es nach dem Rekordlauf der Nicht SMI-Titel im Vorjahr halt nicht”, sagte ein Händler. Wenn nicht deutlich mehr als erwartet geliefert werde, komme es zu Gewinnmitnahmen, sagte ein Börsianer.

Ähnlich erging es dem Einzelhandelskonzern Valora, dessen Aktie nach Vorlage der Bilanz um vier Prozent fielen. “Erwartungen erfüllt, aber leider nicht klar übertroffen”, sagte der Händler.

Bei den Standardwerten überwogen die Verlierer die Gewinner im Verhältnis 17 zu zwei. Zurich Insurance waren unverändert.

Den stärksten Abschlag verbuchten Aktien zyklischer Firmen wie des Prüfkonzerns SGS, des Personalvermittlers Adecco, der Sanitärfirma Geberit und des Elektrotechnikkonzerns ABB mit Einbussen von bis zu einem Prozent. Die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS sanken weniger als ein halbes Prozent.

Die Papiere der als krisenresistent geltenden Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche ermässigten sich um knapp ein halbes Prozent. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below