March 1, 2018 / 8:51 AM / 3 months ago

Schweizer Börse gibt weiter nach - Adecco unter Druck

Zürich, 01. Mrz (Reuters) - Die Angst vor schnellen und starken Zinserhöhungen in den USA hat am Donnerstag die Anleger an der Schweizer Börse vergrault. Der SMI verlor 0,3 Prozent auf 8880 Punkte und konnte sich damit den negativen Vorgaben aus den USA und Fernost nicht ganz entziehen. Bereits am Mittwoch hatte der Leitindex im Sog der Wall Street die Verluste auf ein Prozent ausgebaut. Der Dow Jones hatte 1,5 Prozent verloren.

Die Hauptsorge der Investoren gelte weiterhin der Entwicklung der Zinsen in den USA, sagten Händler. Die entscheidende Frage sei, ob die US-Notenbank Fed unter ihrem neuen Chef Jerome Powell wegen der starken Konjunktur aggressivere Zinsschritte anpeilt. Bei seinem ersten Auftritt vor dem Kongress hatte sich Powell allerdings nicht auf eine derartige Kursänderung festgelegt.

Nun warteten die Anleger gespannt auf die Fed-Sitzung im März. “Bis dahin werden wir wohl alle Wirtschaftsdaten auf die Goldwaage legen”, sagte ein Händler. Erste Hinweise erhoffen sie sich bereits von den Konjunkturzahlen am Nachmittag - dem Wochenbericht vom Arbeitsmarkt und dem ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie.

Für Schlagzeilen sorgten auch diverse Firmen, die ihre Ergebnisse vorlegten. Im Mittelpunkt stand Adecco: Die Aktie des Personalvermittlers gab acht Prozent nach. Zwar steigerte der Zeitarbeitskonzern seinen Gewinn 2017 stärker als erwartet auf 788 Millionen Euro und will die Dividende leicht anheben. Die Anleger waren jedoch enttäuscht wegen des langsameren Jahresstarts: Im Januar und Februar habe das Wachstum noch fünf Prozent betragen - nach sieben Prozent im Schlussquartal des Vorjahres. “Damit stellt sich die Frage, ob der Höhepunkt des Zyklus nun bereits überschritten ist, oder ob dies bloss eine temporäre Abschwächung ist”, schrieb die Zürcher Kantonalbank. Zudem sei die Bruttomarge geringer ausgefallen als erwartet, erklärten die Analysten von Vontobel.

Auch die meisten anderen Standardwerte gaben nach - allerdings hielten sich die Einbussen mit bis zu knapp über einem Prozent in Grenzen. Zu den Verlierern zählten die Grossbanken UBS und Credit Suisse und die Privatbank Julius Bär mit einem Minus von rund einem Prozent. Auch die Versicherungswerte gaben nach.

Zyklische Werte wie der Zementkonzern LafargeHolcim, der Sanitärtechnikkonzern Geberit, der Elektrotechnikkonzern ABB und die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont standen ebenfalls auf den Verkaufszetteln.

Kursgewinne gab es lediglich bei den Schwergewichten Nestle und Roche, die jeweils rund 0,3 Prozent zulegten. Die Papiere von Novartis gaben hingegen 0,7 Prozent nach. Der Pharmakonzern arbeitet mit der Firma Pear Therapeutics bei der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie und Multipler Sklerose zusammen.

Auch bei der Basler Kantonalbank griffen die Anleger zu. Das Institut will den Steuerstreit mit den USA noch im laufenden Jahr beenden. Die Papiere des Baukonzerns Implenia legten nach einem optimistischen Ausblick 0,6 Prozent zu.

Weniger gut kam der Bericht des Finanzdienstleisters VZ Holding an - die Aktie gab 3,2 Prozent nach. Auch von den Papieren des Telekomausrüsters Ascom trennten sich die Anleger. Das Papier gab 2,7 Prozent nach. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber;)

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