March 2, 2018 / 8:53 AM / 9 months ago

Schweizer Börse startet tiefer - LafargeHolcim unter Druck

Zürich, 02. Mrz (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag im Einklang mit anderen Märkten auf breiter Front nachgegeben. Die Angst vor einem Handelskrieg schrecke die Anleger ab, hiess es am Markt. “Zuerst die Angst vor einem rasanten Zinsanstieg und nun sorgt man sich auch noch vor einem Handelskrieg”, sagte ein Händler. Die Anleger hielten sich daher zurück. “Man sieht eigentlich gar keinen richtigen Verkaufsdruck, sondern es sind einfach ausbleibende Käufe, die für das Abrutschen der Kurse verantwortlich sind”, sagte ein anderer Börsianer.

Der SMI sank um 0,9 Prozent auf 8711 Zähler. Am Vortag hatte der Leitindex um 1,3 Prozent tiefer geschlossen.

US-Präsident Donald Trump hatte Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Exporten angekündigt. Dies heize die Furcht vor einem potenziellen Handelskrieg zwischen den USA und China an und ziehe die Märkte nach unten, kommentierte die Credit Suisse. “Die aktuellen Vorschläge dürften für China zwar nur eine begrenzte wirtschaftliche Auswirkung haben, sie steigern jedoch das Risiko von Vergeltungsmassnahmen, welche die Weltwirtschaft belasten könnten.”

Die Anleger richteten ihren Fokus auf die Aktien von LafargeHolcim. Ihr Kurs brach nach der Ankündigung eines unerwarteten Milliardenminus um vier Prozent ein. Wegen eines Grossreinemachens des neuen Konzernchefs Jan Jenisch verbuchte der Weltmarktführer im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,68 Milliarden Franken. 2016 hatte LafargeHolcim noch einen Überschuss von 1,79 Milliarden Franken eingefahren. Analysten hatten für 2017 mit einem Gewinn von 1,9 Milliarden Franken gerechnet. In den kommenden fünf Jahren peilt der Rivale von HeidelbergCement ein jährliches Wachstum des Umsatzes um drei bis fünf Prozent und des operativen Ergebnisses um mindestens fünf Prozent an.

Aktien anderer zyklischer Firmen wie der Bauchemiefirma Sika, des Personalvermittlers Adecco, des Sanitärtechnikkonzerns Geberit und der Inspektionsgesellschaft SGS verloren gegen ein Prozent.

Stärker unter Druck standen die Aktien der Banken Credit Suisse, UBS und Julius Bär mit Kurseinbussen von 1,5 bis zwei Prozent. Die Versicherer Zurich und Swiss Re verloren ein Prozent.

Weniger schlecht schlugen sich die Anteile des als krisenresistent geltenden Lebensmittelriesen Nestle mit minus 0,1 Prozent oder des Pharmakonzerns Roche mit minus 0,2 Prozent. Die Titel der Telekomfirma Swisscom stiegen gar als einziger Bluechip um 0,2 Prozent.

Am breiten Markt stürzten die Anteile des Flughafen Zürich um 3,4 Prozent ab. Der Flughafenbetreiber habe gute Zahlen für 2017 vorgelegt. “Aber etwas geknausert bei der Dividende”, sagte ein Händler. Die Firma will 6,50 nach 6,40 Franken je Aktie im Vorjahr ausschütten. Daher würden Gewinne eingestrichen.

Zu den raren Gewinnern zählten die Aktien von Mobilezone. Die Mobiltelefon-Verkaufskette hat Umsatz und Betriebsgewinn stark gesteigert.

Dagegen nahmen die Anleger bei Swissquote Gewinne mit. Die Onlinebank hat unter anderem wegen zunehmender Aktivitäten mit Kryptowährungen das Ergebnis stark verbessert. Die Aktie fiel aber um drei Prozent. Die Aktie sei nicht teuer bewertet, aber sie habe “schlicht zu gut performt”, kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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