March 23, 2018 / 9:38 AM / 8 months ago

Schweizer Börse setzt Talfahrt fort - Medartis gesucht

Zürich, 23. Mrz (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag im Einklang mit anderen Märkten Terrain eingebüsst. Die Angst vor einem globalen Handelskrieg und einer damit verbundenen wirtschaftlichen Abschwächung treibe die Anleger aus dem Markt, sagten Händler. Der SMI verlor 0,8 Prozent und notierte mit 8565 Zählern leicht über dem kurz zuvor erreichten Jahrestief von 8555 Zählern. Am Donnerstag hatte der Leitindex um 1,7 Prozent tiefer geschlossen.

“Im Moment erscheint ein Handelskrieg trotz der von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Zölle auf Metalleinfuhren unwahrscheinlich, aber die potenzielle Gefahr wurde durch die Rede von schnellen Vergeltungsmassnahmen seitens der Handelspartner deutlich signalisiert”, sagte Stephane Monier, Chief Investment Officer der Banque Lombard Odier.

Die Stimmung habe sich merklich eingetrübt. Händler befürchteten, dass die Märkte nun in eine Korrekturphase eingetreten seien. “Das Motto lautet nicht mehr, bei Kursdellen zu kaufen, sondern bei Erholungen zu verkaufen.”

Trotz des eingetrübten Börsenhimmels verzeichneten die Aktien von Medartis ein ähnlich erfolgreiches Börsendebüt wie beim Sensorenhersteller Sensirion und dem sozialen Netzwerk Asmallworld. Medartis starteten zu 54 Franken um 12,5 Prozent über dem Zuteilungspreis von 48 Franken. Zuletzt notierte der Kurs um 16,7 Prozent höher mit 56 Franken

Die Sensirion-Aktie, die 36 Franken je Titel platziert worden war, notierten mit 45,50 Franken um 1,8 Prozent tiefer als am Donnerstag.

Sämtliche Standardwerte gaben nach. An der Spitze der Verlierer standen die Titel von Julius Bär mit minus 1,7 Prozent. Händler wiesen darauf hin, dass ein Mitarbeiter der Bank im Zusammenhang mit einer Untersuchung der Schweizer Bundesanwaltschaft beim Rüstungskonzern Ruag suspendiert worden sei.

Die Anteile der Grossbanken Credit Suisse und UBS verloren 0,9 und 0,7 Prozent.

Einbussen von mehr als einem Prozent verbuchten die Aktien zyklischer Firmen wie der Inspektionsfirma SGS, des Personalvermittlers Adecco und des Elektrotechnikkonzerns ABB.

Die Titel des Luxusgüterkonzerns Richemont und des Uhrenherstellers Swatch büssten 1,3 Prozent ein. Nach Angaben von mehreren Vertretern der Uhrenindustrie auf der Fachmesse Basel World steht die Branche vor einem Aufschwung. Die Uhrmacher erwarteten vor allen dank einer steigenden Nachfrage aus China steigende Verkäufe.

Besser als der Gesamtmarkt schlugen sich die als wenig krisenanfällig geltenden Titel der Lebensmittel- und Pharmabranche. Nestle wurden um 0,4 Prozent tiefer bewertet und Novartis schwächten sich um 0,7 Prozent ab. Roche war gar nahezu unverändert. Jefferies reduzierte zwar das Kursziel geringfügig, bestätigte aber die Kaufempfehlung.

Am breiten Markt belasteten Gewinnmitnahmen die Aktien von Interroll mit 5,3 Prozent. Der Fördertechnikspezialist will nach einem Rekordgewinn im vergangenen Jahr die Dividende erhöhen.

Die Aktien von Meyer Burger sackten um weitere 4,5 Prozent ab. Der Solarzulieferer hatte sich am Vortag nach Bekanntgabe eines hohen Verlusts im Vorjahr zurückhaltend über das erste Quartal geäussert.

Die Aktien von Leonteq stiegen um 3,4 Prozent auf 53,25 Franken. Baader Helvea hat die Abdeckung mit einem Kursziel von 73 Franken und dem Rating Buy gestartet. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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