March 28, 2018 / 9:03 AM / a month ago

US-Tech-Ausverkauf reisst auch Schweizer Börse mit

Zürich, 28. Mrz (Reuters) - Nach einer Zwischenerholung am Vortag hat die Schweizer Börse die Talfahrt am Mittwoch wieder aufgenommen. Auslöser der Verkäufe war die Furcht der Anleger vor einer schärferen Regulierung nach dem Facebook-Datenskandal. Weil die Tech-Aktien Zugpferd der Börsen-Hausse der vergangenen Jahre waren, wirkten sich die Kursverluste auf die Anleger-Stimmung insgesamt aus, erklärten Händler. Dazu komme Nervosität wegen des Zollstreits zwischen Amerika und China.

Der SMI sank 1,2 Prozent auf 8537 Zähler. Am Dienstag hatte der Leitindex um 1,5 Prozent höher geschlossen und damit eine viertägige Verlust-Serie beendet. Impulse erhofften sich Händler am Mittwoch von der Veröffentlichung der dritten Wachstumsschätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal.

Gegen Handelsende am Dienstag hatten US-Konjunkturdaten der Anleger-Zuversicht bereits einen ersten Dämpfer versetzt. Demnach trübte sich die Stimmung der US-Konsumenten überraschend ein. Im März fiel das Barometer für das Verbrauchervertrauen auf 127,7 Zähler von 130,0 Punkten, wie das Institut Conference Board am Dienstag mitteilte. Die Konsumenten bilden mit ihren Ausgaben den Eckpfeiler der US-Konjunktur, da der private Konsum etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht.

Von 20 SMI-Werten gaben 18 nach. Vor allem Finanzwerte standen auf den Verkaufszetteln. Grösster Verlierer waren Credit Suisse mit einem Minus von 2,5 Prozent. Rivale UBS wurde 1,8 Prozent tiefer bewertet. Die Versicherer Swiss Re und Zurich gaben jeweils rund 1,5 Prozent nach.

Roche sackten 1,7 Prozent ab. Der Pharmakonzern bestätigte, dass fünf mit dem Bluter-Medikament Hemlibra behandelte Patienten gestorben sind. Gemäss Ärzten bestehe allerdings kein Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der Behandlung durch die Arznei. Novartis schlugen sich mit einem Minus von 0,7 Prozent besser.

Die einzigen Gewinner bei den Standardwerten waren Swatch und Nestle. Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns legten 0,1 Prozent zu. Konzernchef Mark Schneider erklärte in einem Interview mit der “Neuen Zürcher Zeitung”, dass das organische Wachstum der wichtigste langfristige Werttreiber des Unternehmens bleibe. Gross-Übernahmen seien zwar nicht ausgeschlossen, angesichts der hohen Bewertungen aber nicht vorrangig. Swatch profitierten von Hochstufungen durch Kepler Cheuvreux und Berenberg und gewannen 0,8 Prozent.

Auch Messe Schweiz erhielten durch eine positive Analysteneinschätzung Rückenwind und gewannen 3,9 Prozent. Meyer Burger sackten dagegen weitere sechs Prozent ab. In der Vorwoche hatte der Solarausrüster mit seinem Ausblick enttäuscht. (Reporter: Oliver Hirt; redigiert von Angelika Gruber. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168.)

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