April 27, 2018 / 8:24 AM / 5 months ago

Verhaltener Handelsstart an der Schweizer Börse

Zürich, 27. Apr (Reuters) - Die Anleger an der Schweizer Börse haben sich am Freitagmorgen zurückgehalten. Zwar sorgten gute Vorgaben aus Übersee und das erste koreanische Gipfeltreffen seit zehn Jahren für grundsätzlich gute Stimmung. Das Geschäft sei jedoch dünn, sagten Händler. Der Leitindex SMI zog 0,1 Prozent auf 8843 Punkte an. Zu den Gewinnern zählten die Schwergewichte, während Finanztitel weniger gefragt waren.

Kim Jong Un ist zu Besuch in Südkorea. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein nordkoreanischer Machthaber den Süden betritt. Nach Angaben Südkoreas sollen sich die Gespräche um eine atomare Abrüstung und die Sicherung eines dauerhaften Friedens drehen. Zudem hoffen Investoren weiterhin auf eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China.

In der Schweiz sorgten vor allem die absehbaren Neuzugänge an der Börse für Schlagzeilen. Der Börsengang des Logistikkonzerns Ceva stößt bei Investoren auf Interesse: Die Bücher sind überzeichnet, wie aus dem Kreis der mit der Emission beauftragten Banken verlautete. Das Debüt ist für den 4. Mai geplant. Ceva will im Zuge dessen mehr als eine Milliarde Franken erlösen - das dürfte der bislang grösste Börsengang des Jahres in der Schweiz werden.

Deutlich kleiner fällt das Kapitalmarktdebüt der Pharmafirma PolyphorIPO-POLY.S aus: Sie will ihre Aktien in einer Spanne von 30 bis 40 Franken anbieten und im Zuge ihres Mitte Mai geplanten Börsenstarts brutto bis zu 150 Millionen Franken einnehmen.

Bei den Standardwerten hielten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Leicht im Plus waren die Pharmariesen Novartis und Roche. Die Aktie des Nahrungsmittelkonzerns Nestle gewann 0,3 Prozent an Wert.

Zu den Verlierern zählten Finanzwerte: Die Grossbanken UBS und Credit Suisse gaben jeweils gut 0,6 Prozent nach. Die Credit Suisse hält am Freitag ihre Generalversammlung ab. Das Aktionärstreffen dürfte dieses Jahr jedoch ruhiger ausfallen, als im Vorjahr, als die Aktionäre dem Management wegen hoher Managerlöhne die Leviten gelesen hatten. Einflussreiche Stimmrechtsberater hatten bereits erklärt, sie würden die Vorschäge zu Entlohnung in diesem Jahr unterstützten.

Auch Julius-Bär-Aktien gaben nach. Gegen den Trend legten die Titel des Vermögensverwalters EFG 2,1 Prozent zu. Die Privatbank hat seit Jahresbeginn neue Gelder eingesammelt und das verwaltete Vermögen leicht gesteigert. “Es gibt keine negativen Schlagzeilen mehr, das ist gut”, sagte ein Händler. Bei den zyklischen Werten setzte sich kein eindeutiger Trend durch.

Von positiven Nachrichten profitierte der Broker CFT, der seine Erlöse im ersten Quartal gesteigert hatte. Die Aktie legte 2,4 Prozent zu. Ebenfalls gefragt waren die Titel von Meyer Burger mit einem Plus von 2,4 Prozent. Der Solarindustrie-Zulieferer lässt bestimmte Anlagen künftig vom Auftragsfertiger Mondragon Assembly bauen.

Die am Vortag arg gebeutelten Aktien des sozialen Netzwerks Asmallworld legten gut 19 Prozent auf 19 Franken zu. Vor dem Kursrutsch kostete das Papier gut 22 Franken. Am Donnerstag hatte eine Warnung der deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin vor Kaufempfehlungen für das Unternehmen in Börsenbriefen die Titel fast 50 Prozent abstürzen lassen. Asmallworld betonte am Freitag erneut, die Warnungen bezögen sich nicht auf Aussagen des Unternehmens. Die Firma wolle mit der Bafin zusammenarbeiten, um den Sachverhalt zu klären, und behalte sich rechtliche Schritte vor. (Reporterin: Angelika Gruber; redigiert von Oliver Hirt)

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