May 3, 2018 / 8:14 AM / 7 months ago

US-Zinsentscheid und Handelsstreit bremsen Schweizer Börse

Zürich, 03. Mai (Reuters) - Die Schweizer Börse ist am Donnerstag verhalten in den Handel gestartet. Nach dem US-Zinsentscheid, der bereits zu Abgaben an der Wall Street geführt hatte, hielten sich die Anleger zurück, sagten Händler. Auch die ausbleibenden Fortschritte bei den Handels-Gesprächen zwischen den USA und China hätten den Risiko-Appetit der Anleger gedämpft. Der SMI lag mit 8898 Punkten in etwa auf dem Schlusskurs des Vortags. Am Mittwoch hatte der Leitindex 0,1 Prozent zugelegt.

Zwar gönnte sich die Fed vor der nächsten Zinserhöhung eine Verschnaufpause und liess ihren Schlüsselsatz unverändert. Zugleich nährte sie jedoch Erwartungen, dass die Zügel bereits nächsten Monat gestrafft werden. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank erklärten, sie rechneten weiterhin mit einer Zinserhöhung im Juni. “Der darüber hinaus gehende Zinspfad dürfte wesentlich von der konjunkturellen Entwicklung und den Auswirkungen des schwelenden Handelskonflikts abhängen.”

Für Gesprächsstoff an der Schweizer Börse sorgten insbesondere Firmenergebnisse: Geberit legte 3,4 Prozent zu und war damit der grösste Gewinner im SMI. Die günstige Währungsentwicklung hat dem Sanitärtechnikkonzern einen guten Start ins neue Jahr beschert. Der Umsatz des Schweizer Unternehmens kletterte im ersten Quartal um 11,7 Prozent auf 823 Millionen Franken. Der Gewinn stieg um 14,5 Prozent auf 175,7 Millionen Franken. Das ist etwas mehr als von Analysten erwartet. Die Experten der Bank Vontobel erklärten, sie rechneten für das Unternehmen in den Jahren 2018 und 2019 mit einem zweistelligen Wachstum des Gewinns pro Aktie.

Von guten Zwischenberichten profitierten auch Sunrise und Logitech. Die Aktie des Computerzubehör-Herstellers schnellte gut neun Prozent nach oben. Die Firma hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 auf den Rekordwert von 2,57 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn legte leicht auf 208,5 Millionen Dollar zu. Zudem bestätigte Logitech den Ausblick. Das bereinigte operative Ergebnis “war erneut klar stärker als erwartet”, erklärten die Experten der Zürcher Kantonalbank.

Die Sunrise-Aktie gewann 1,2 Prozent an Wert, nachdem der Telekomkonzern den Quartalsgewinn dank geringerer Abschreibungen und Finanzaufwendungen leicht auf 17 Millionen Franken verbessern konnte.

Zu den wenigen Gewinnern im Leitindex zählten neben Geberit die Titel von Roche, die 1,5 Prozent zulegten. Der Konzern erhält in der Abwehr von Konkurrenz für sein Mittel Rituxan eine Atempause. Betroffen ist ein Medikament des Schweizer Rivalen Novartis: Vor einer Zulassung des Biosimilars Rituximab verlangt die Gesundheitsbehörde FDA weitere Informationen. Die Novartis-Generika-Tochter Sandoz führe Gespräche mit der Behörde, um so bald wie möglich grünes Licht für das Medikament zu erhalten. Die Novartis-Aktien gaben 0,6 Prozent nach.

Zu den grössten Verlierern zählten darüber hinaus die Grossbanken Credit Suisse und UBS. Auch zyklische Werte wie der Elektrokonzern ABB, der Personalvermittler Adecco, der Zementkonzern LafargeHolcim oder der Bautechnikkonzern Sika gaben nach. Die Abschläge hielten sich jedoch mit unter einem Prozent in Grenzen. Das Index-Schwergewicht Nestle setzte seine Talfahrt fort und rutschte 0,5 Prozent ab. Der Nahrungsmittelhersteller hatte sich zwar im Streit mit sechs europäischen Händlern über künftige Einkaufskonditionen geeinigt. Anleger befürchten allerdings, dass dem Weltmarktführer nun Umsatzeinbussen drohen. Details der Einigung sind nicht bekannt. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Oliver Hirt)

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