May 8, 2018 / 8:44 AM / 5 months ago

Schweizer Börse gibt nach - Anleger kippen Adecco aus Depots

Zürich, 08. Mai (Reuters) - Die Schweizer Börse ist am Dienstag ins Minus gerutscht. Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 8955 Punkte. Neben enttäuschenden Quartalsberichten des Personalvermittlers Adecco und des Zementriesen LafargeHolcim dämpfte auch die Politik die Stimmung. US-Präsident Donald Trump will am Abend verkünden, ob er das Iran-Abkommen aufkündigt. Börsianer interessiert dabei vor allem, ob Trump neue Sanktionen gegen das Land verhängt. Dann könnte Iran kaum noch Erdöl auf dem Weltmarkt verkaufen. Der dadurch ausgelöste Energiepreis-Anstieg könnte Inflationsängsten neue Nahrung geben und die Aktienmärkte in Turbulenzen stürzen. Am Dienstag blieb die Nordsee-Ölsorte Brent mit einem Preis von 75,65 Dollar je Barrel im Reichweite ihres Dreieinhalb-Jahres-Hochs vom Montag.

Bei den Bluechips hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage. Die rote Laterne hielt Adecco mit einem Kurssturz von 5,8 Prozent. Die Anleger regierten enttäuscht auf den Quartalsbericht des Personalvermittlers. “Das Umsatzwachstum betrug im März-April fünf bis sechs Prozent, was auf eine weitere leichte Abschwächung im zweiten Quartal hindeutet”, erklärte Vontobel-Analyst Michael Foeth. Foeth geht davon aus, dass die Margen vorerst unter Druck bleiben und erst in der zweiten Jahreshälfte eine Produktivitätssteigerungen eintritt. Der Gewinn von Adecco sank im ersten Quartal stärker als von Analysten erwartet um gut ein Viertel auf 130 Millionen Euro. Adecco hatte die Investoren bereits Anfang mit einer nachlassenden Wachstumsdynamik und der Warnung vor einem Margenrückgang aufgeschreckt.

Auch die Zwischenbilanz von LafargeHolcim stiess auf Skepsis. Die Anteile des Zementriesen fielen um 1,7 Prozent. Die widrigen Wetterverhältnisse in Europa und Nordamerika bremsten LafargeHolcim zu Jahresbeginn. Der bereinigte Betriebsgewinn sank im ersten Quartal um 13,4 Prozent auf 700 Millionen Franken. LafargeHolcim zeigte sich indes zuversichtlich, die Ziele 2018 zu erreichen.

Auf der Verliererseite zu finden waren neben konjunkturzyklischen Werten wie dem Elektrotechnikkonzern ABB, der Sanitärtechnikfirma Geberit und dem Bauchemieunternehmen Sika auch Finanzwerte wie Credit Suisse, UBS und Zurich Insurance.

Grösster SMI-Gewinner war Swiss Life mit einem Kursplus von 0,7 Prozent. Der Lebensversicherer steigerte die Prämieneinnahmen im ersten Quartal um sieben Prozent auf 6,99 Milliarden Franken und sieht sich auf Kurs, die gesteckten Ziele 2018 zu erreichen oder zu übertreffen.

Am breiten Markt zogen die Dufry-Titel 1,6 Prozent an. Der Duty-free-Shop-Betreiber verringerte den Verlust im ersten Quartal auf 47,5 Millionen Franken und startet am 11. Mai sein Aktienrückkaufprogramm.

Die Aktien von Schmolz+Bickenbach büssten 2,1 Prozent ein, obwohl der Stahlproduzent den Gewinn im ersten Quartal auf 59 Millionen Euro vervielfachte. (Reporter: Paul Arnold; redigiert von Oliver Hirt)

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