May 9, 2018 / 8:31 AM / 17 days ago

Schweizer Börse triff nach Trumps Iran-Entscheid auf der Stelle

Zürich, 09. Mai (Reuters) - Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch wenig verändert gezeigt. Die Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran durch die USA komme nicht unerwartet, sagten Händler. Die Anleger seien wegen der möglichen Folgen allerdings verunsichert und scheuten vor Käufen zurück. “Und vor dem morgigen Feiertag Christi Himmelfahrt, den viele Marktteilnehmer für ein verlängertes Wochenende nützen, dürften sich die Anleger noch zusätzlich zurückhalten”, sagte ein Börsianer.

Der SMI notierte mit 8950 Zählern eine Spur höher als am Vortag. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,3 Prozent nachgegeben.

US-Präsident Donald Trump kündigte neue Sanktionen gegen Iran an. Dadurch könnten Rohöl-Lieferungen im Volumen von mehreren Hunderttausend Barrel pro Tag dem Weltmarkt entzogen werden. Dies trieb den Ölpreis auf den höchsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren.

“Die Entscheidung dürfte das globale Ölangebot verringern und einen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise ausüben”, erklärten die Analysten der Grossbnak UBS. Die USA importierten zwar kein Öl aus dem Iran, doch die Wiederaufnahme der US-Sanktionen bestrafe Länder, die ihre Rohölkäufe aus dem Land nicht deutlich reduziert hätten. Der Schritt Trumps dürfte den Brent-Preis in die Höhe treibt und in den kommenden Monaten zu einer erhöhten Volatilität führen.

Neben diesem politischen Thema halten weitere Firmenbilanzen die Anleger in Atem. In der Schweiz veröffentlichte Zurich seinen Quartalsbericht. Europas fünftgrößter Versicherungskonzern wuchs im ersten Quartal stärker als erwartet. In der grössten Sparte Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Prämieneinnahmen um fünf Prozent auf 9,33 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von zwei Prozent gerechnet. Die Aktien stiegen um 0,4 Prozent.

Andere Versicherungswerte waren meist kaum verändert. Die Titel von Swiss Life stiegen um 1,1 Prozent. Die Banken HSBC und Vontobel hoben nach der Bekanntgabe der Prämienzahlen am Vortag das Kursziel an.

Mehrheitlich fester waren Bankaktien: Credit Suisse gewann 0,7 Prozent an Wert, UBS 0,5 Prozent und Julius Bär 0,3 Prozent.

Weniger gefragt waren Anteile von Firmen, die als wenig konjunktursensitiv gelten. Die Pharmawerte Novartis und Roche verloren je 0,3 Prozent. Die Aktien des Pharmazulieferers Lonza fielen um 0,7 Prozent.

Bei den zyklischen Firmen notierten die Aktien von Adecco um 0,4 Prozent tiefer, während die von LafargeHolcim 0,1 Prozent anzogen. Die Titel des Personalvermittlers und des Zementriesen waren am Dienstag nach enttäuschenden Zwischenberichten unter Druck geraten.

Die Aktien von ABB stiegen um 0,5 Prozent. Händler verwiesen auf Konkurrent Siemens, dessen Anteile nach der Vorlage der Zahlen und Anhebung der Prognose fast fünf Prozent anzogen.

Am breiten Markt kletterten die Aktien von Schmolz+Bickenbach 4,4 Prozent. Kepler Cheuvreux hob die Empfehlung für den Stahlhersteller nach der Zwischenbilanz vom Vortag auf “Hold” von “Reduce” an. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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