June 14, 2018 / 6:23 AM / 10 days ago

Schweizer Börse wird nach US-Zinsschritt schwächer erwartet

Zürich, 14. Jun (Reuters) - Die Schweizer Börse dürfte am Donnerstag im Sog schwacher Auslandsvorgaben tiefer starten. In den USA und in Asien gaben die Kurse nach der Zinserhöhung der US-Notenbank nach. Mehr als der überwiegend erwartete Zinsschritt verstimmte die Anleger die Aussicht auf mehr Zinsanhebungen.

Die Bank Julius Bär berechnete den SMI vorbörslich um 0,3 Prozent schwächer mit 8611 Punkten. Der SMI-Future sank um 0,6 Prozent auf 8588 Zähler. Am Mittwoch hatte der Leitindex um 0,1 Prozent niedriger geschlossen.

Die Fed hob Mittwochabend wie von den meisten Analysten erwartet den Schlüsselsatz um 25 Basispunkte auf 1,75 bis 2,0 Prozent an. Die Währungshüter signalisierte zudem, dass es wegen der brummenden Konjunktur dieses Jahr auf vier Zinsanhebungen hinauslaufen dürfte. “Nicht die Zinserhöhung, sondern die Aussagen zur Konjunktur trüben die Stimmung”, sagte ein Händler. Die Worte von Fed-Chef Jerome Powell würden als Signal für ein rascher als bisher erwartetes Anziehen der geldpolitischen Schraube gedeutet.

Nun dürfte die Aufmerksamkeit der Anleger zur Europäische Zentralbank (EZB) wechseln. Dei Währungshüter der Euro-Zone könnten auf ihrer Ratssitzung eine wichtige Weiche in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik stellen. Ökonomen erwarten von EZB-Mario Draghi zumindest Hinweise, dass die seit Frühjahr 2015 laufenden Anleihenkäufe noch dieses Jahr enden. Am Leitzins, der auf dem Rekordtief von null Prozent liegt, dürfte die EZB wohl nicht rütteln. Der Zinsentscheid wird um 13:45 Uhr veröffentlicht, die Pressekonferenz mit Draghi beginnt um 14.30 Uhr.

Impulse von Unternehmensseite waren rar. Gute Daten zum Multiple-Sklerose-Medikament Ocrevus könnten den Roche-Genussscheinen Schub geben, erklärte ein Händler. Die Behandlung mit der Arznei schiebt bei Patienten mit primär progredienter multipler Sklerose (PPMS) den Zeitpunkt ab dem sie auf einen Rollstuhl angewiesen sind um sieben Jahre hinaus. Zudem kann der Pharmariese sein Krebsmedikament Avastin in den USA künftig breiter einsetzen. Die Arzneimittelbehörde FDA liess das Präparat in Kombination mit einer Chemotherapie zur Behandlung von Eierstockkrebs nach vorangegangener Operation zu.

Auf der Konjunkturseite dürften die US-Einzelhandelsumsätze und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Beachtung finden. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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