June 28, 2018 / 7:52 AM / 3 months ago

Schweizer Börse tritt auf der Stelle

Zürich, 28. Jun (Reuters) - Die Schweizer Börse ist am Donnerstag verhalten gestartet. Der schwelende Handelsstreit und der Asylstreit in der deutschen Regierungskoalition verunsicherten die Anleger und dämpften die Kaufbereitschaft, sagten Händler. Der SMI sank im Eröffnungsgeschäft geringfügig auf 8502 Punkte. Am Mittwoch hatte der Leitindex den anfänglichen Fall auf ein 16-Monatstief wieder ausgebügelt und 0,3 Prozent höher geschlossen.

“Der Handelskonflikt ist nach wie vor Thema Nummer eins an den Märkten”, erklärten die Analysten der Thurgauer Kantonalbank. Vor allem Larry Kudlow, Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, trieb den Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn. Nachdem Trump am Mittwoch erklärt hatte, er verzichte im Streit über unfaire Investmentpraktiken Chinas auf gezielte Abwehrmassnahmen gegen die Übernahme von US-Technologie, sagte Kudlow später dem Sender Fox, Trumps Erklärung bedeute keine abgeschwächte Position gegenüber China. Für Nervosität in Europa sorgt zudem der bevorstehende EU-Gipfel.

An der Schweizer Börse zeichnet sich der achte Neuzugang des Jahres ab. Der Anlagenbauer Oerlikon gibt den Startschuss für den Börsengang seiner Getriebe-Tochter. Die Aktien von GrazianoFairfield sollen am 11. Juli an der SIX gehandelt werden. Die Preisspanne für das Initial Public Offering (IPO) liege bei 48 bis 62 Franken pro Aktie, womit GrazianoFairfield auf eine Marktkapitalisierung von 480 bis 620 Millionen Franken komme. Die Oerlikon-Aktien sanken um 1,1 Prozent.

Die Standardwerte gaben mehrheitlich nach, wobei die Kursabschläge unter einem Prozent blieben. Ganz oben auf der Verliererliste waren Finanzwerte zu finden. Credit Suisse verloren 0,4 Prozent an Wert und UBS 0,3 Prozent. Nach Handelsschluss an der Wall Street veröffentlicht die Notenbank Federal Reserve die Ergebnisse des zweiten Teils des diesjährigen Stresstests der in den USA aktiven Grossbanken. Den ersten Teil hatten die beiden führenden Schweizer Geldhäuser bestanden. Im zweiten Teil des Tests haben die Aufseher unter anderem das Risikomanagement und die internen Abläufe und Strukturen der geprüften Banken in den Blick genommen.

Auch die Aktien der Privatbank Julius Bär sowie die Versicherungswerte Swiss Life, Swiss Re und Zurich gaben stärker nach. Ebenso standen die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche auf den Verkaufszetteln.

Konjunkturzyklische Werte zogen meist leicht an. Die Aktien des Zementproduzenten LafargeHolcim allerdings gaben kräftig nach. Grösste Marktstütze war der als defensive Anlage geltende Lebensmittelkonzern Nestle; die Aktien des SMI-Riesen rückten 0,5 Prozent vor.

Am breiten Markt büssten die Galenica-Anteile 1,6 Prozent ein. Die Deutsche Bank hat die Empfehlung für den Apothekenbelieferer und -betreiber auf “Hold” von “Buy” zurückgenommen.

Die Logitech-Aktien stiegen um 0,2 Prozent. Der Computerzubehör-Hersteller will die Dividende um rund zehn Prozent anheben.

Die Titel von Carlo Gavazzi fielen um 3,6 Prozent. Der Elektrokomponenten-Hersteller verdiente im Geschäftsjahr 2017/18 weniger und kürzt die Dividende. (Reporter: Paul Arnold; redigiert von Oliver Hirt)

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