July 2, 2018 / 8:01 AM / 3 months ago

Schweizer Börse startet mit Verlust ins zweite Halbjahr

Zürich, 02. Jul (Reuters) - Die Schweizer Börse ist am Montag mit schwächeren Notierungen in die zweite Jahreshälfte gestartet. Der schwelende Handelsstreit, der Asylstreit in der deutschen Regierung] und schwache Vorgaben aus Japan drückten auf die Stimmung, sagten Händler. Der SMI sank um 1,0 Prozent auf 8527 Zähler. Im ersten Halbjahr hatte der Leitindex 8,2 Prozent verloren.

Der Volatilitätsindex, das Angstbarometer der Börse, stieg zwar um vier Prozent, liegt nach Ansicht der Zürcher Kantonalbank aber weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Die Wirtschaftsdaten beidseits des Atlantiks seien immer noch gut und Anleihen im Vergleich zu Aktien wenig attraktiv. Aus charttechnischer Sicht befinde sich der SMI mittelfristig in einem Abwärtstrend. Für ein bis zwei Monaten sei daher mit Abgaben zu rechnen. Ein Anstieg über 9000 Punkte würde den mittelfristigen Ausblick aufhellen.

Sämtliche Standardwerte büssten Terrain ein. Besonders unter Druck standen die Aktien der Banken: Credit Suisse büsste 2,5 Prozent an Wert ein und UBS 2,8 Prozent. Die Aktien der Versicherungen wurden ebenfalls tiefer gehandelt, hielten sich aber besser als die Banktitel. Swiss Re ermässigten sich um 0,5 Prozent. Goldman Sachs hob die Empfehlung für den Rückversicherer auf “Buy” von “Neutral” an.

Auch die Marktschwergewichte trotzten dem Trend. Die Nestle-Aktien ermässigten sich um 0,3 Prozent. Der aktivistische Grossaktionär Third Point erhöht den Druck auf den weltgrössten Lebensmittelkonzern. Das Investmentvehikel des Milliardärs Daniel Loeb forderte in einem Brief an den Nestle-Verwaltungsrat, das Management solle “schärfer”, “kühner” und “rascher” bei der Abspaltung von Geschäften und der Entwirrung der komplexen Führungsstruktur vorgehen.

Der Genussschein von Roche wurde um 0,4 Prozent tiefer bewertet. Die Krebs-Immuntherapie Tecentriq hat sich in einer spätklinischen Phase-III-Studie gegen eine bestimmte Brustkrebsform - Metastatic Triple Negative Breast Cancer - wirksam erwiesen. Ein Cocktail aus der Arznei und der Chemotherapie Abraxane reduzierte das Sterberisiko und die Gefahr des Krankheitsfortschritt deutlich.

Der Novartis-Anteile sanken trotz guter Nachrichten um 0,6 Prozent. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat die Zulassung der Gen-Krebstherapie Kymriah zur Behandlung von zwei aggressiven Blutkrebsarten empfohlen.

Grössere Einbussen gab es bei den Aktien von zyklischen Firmen: ABB verloren 2,2 Prozent an Wert. Der Elektrotechnikkonzern hat die Übernahme von GE Industrial Solutions abgeschlossen.

Die Luxusgüterwerte Richemont und Swatch büssen 0,8 und 1,6 Prozent ein. Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco fielen um 1,4 Prozent und die von SGS um 1,3 Prozent. Kepler Cheuvreux hat die Inspektionsfirma auf ihre “European Large Caps Selected List” gesetzt. Der Titel des Zementproduzenten LafargeHolcim sanken um 2,1 Prozent.

Am breiten Markt stachen Meyer Burger mit einem Kursabschlag von 3,4 Prozent heraus. Auch andere Maschinen- und Anlagenbauer standen unter Druck: Oerlikon verloren 1,8 Prozent an Wert, Rieter 2,5 Prozent und Sulzer 1,5 Prozent. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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