July 3, 2018 / 8:33 AM / 3 months ago

Schweizer Börse geht auf Erholungskurs

Zürich, 03. Jul (Reuters) - Die Schweizer Börse hat nach dem schwachen Wochenauftakt am Dienstag zu einer Erholung angesetzt. Der SMI stieg im Morgenhandel um 0,5 Prozent auf 8574 Punkte. Am Montag war der Leitindex mit einem Minus von 0,9 Prozent in die zweite Jahreshälfte gestartet.

Marktteilnehmer äusserten sich skeptisch zu den Marktaussichten. Grössere Kursgewinne seien angesichts des weiter schwelenden Handelskonflikts wohl kaum zu erwarten. Eher dürfte die volatile Entwicklung der letzten Wochen anhalten. “Es ist ein Auf und Ab an den Märkten, die nicht so richtig einordnen können, wie es mit dem Handelskonflikt weitergeht”, sagte ein Aktienstratege. “Ich denke, das wird uns den ganzen Sommer begleiten.” Die Märkte könnten im Herbst nach einer Berg- und Talfahrt durchaus auf einem ähnlichen Niveau stehen wie derzeit.

Die politische Entspannung in Deutschland sorgte kaum für Schwung. “Ein Regierungssturz, das hätte wirklich belastet”, sagte ein Börsianer. In Deutschland haben die CDU und CSU ihren Streit in der Asylpolitik beigelegt, mit dem sie die Regierung an den Rand eines Bruchs gebracht hatten. Allerdings muss der dritte Koalitionspartner SPD dem Kompromiss noch zustimmen.

Impulse von Unternehmensseite gab es kaum. Bei den Standardwerten überwogen die Gewinner deutlich. Zu den Verlierern gehörten Banken und Versicherer wie Credit Suisse, Swiss Life und Swiss Re, wobei die Kurseinbußen weniger als ein halbes Prozent betrugen. Die Aktien des Elektrotechnikkonzern ABB ermässigten sich um 0,3 Prozent auf 21,31 Franken, nachdem die UBS das Kursziel auf 22,50 Franken gesenkt hatte. Die Anlageempfehlung lautet weiterhin “Neutral”.

An die Spitze der Bluechips setzte sich der Pharmazulieferer Lonza mit einem Kursplus von 1,3 Prozent. Die stärkste Unterstützung kam von den drei eher als defensive Anlage geltenden SMI-Schwergewichten. Die Nestle-Aktien stiegen um 0,4 Prozent. Der Lebensmittelriese hat die Kritik des aktivistischen Grossaktionärs Third Point gekontert. “Diesen Verteidigungsmodus hätte Nestle unseres Erachtens nicht nötig”, erklärte ZKB-Analyst Patrik Schwendimann. “Nestle muss durch Resultate überzeugen und durch nachhaltige Verbesserungen, nicht durch Schnellschüsse, die kurzfristig den Aktienkurs anheizen können, aber langfristig nachtteilige Auswirkungen haben können.”

Die Anteile von Novartis rückten 0,5 Prozent vor, obwohl Moody’s die Bonitätsnote des Pharmakonzerns auf “A1” von “Aa3” gesenkt hat. Nach der kürzlich angekündigten Abspaltung der Augenheilsparte Alcon werde Novartis weniger breit abgestützt sein, erklärte die Ratingagentur und mit dem geplanten Aktienrückkauf im Volumen von fünf Milliarden Dollar dürfte sich der Schuldenabbau zudem verlangsamen. Die Genussscheine von Rivale Roche wurden um 0,9 Prozent fester gehandelt.

Am breiten Markt fielen die Aktien der Lem Holding um 7,5 Prozent, nachdem die Bank Vontobel die Empfehlung für den Elektronikkomponenten-Hersteller auf “Reduce” von “Hold” gesenkt hatte. (Reporter: Paul Arnold; redigiert von Oliver Hirt)

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