July 12, 2018 / 8:24 AM / 4 months ago

Schweizer Börse setzt zu zaghafter Erholung an

Zürich, 12. Jul (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag leicht zugelegt. Nach der Talfahrt vom Vortag griffen einige Anleger wieder vorsichtig zu Beteiligungspapieren, sagte ein Marktbeobachter. Allzu weit aus dem Fenster lehnen wollten sie sich jedoch nicht - angesichts des weiterhin heftigen Schlagabtausches zwischen den USA und China im Handelsstreit. Der Leitindex SMI legte 0,2 Prozent auf 8699 Punkte zu. “Die Stimmung ist etwas angespannt vor dem Hintergrund der handelspolitischen Situation. Das dürfte wohl auch in den nächsten Monaten das bestimmende Thema bleiben”, sagte ein Börsenstratege. Viele Investoren hätten Angst vor einer Eskalation des Konflikts, der in der Folge auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Am Mittwoch war der Leitindex wegen der drohenden Eskalation des Handelsstreits um ein Prozent gefallen. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump mit Zöllen auf weitere Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar gedroht. Das chinesische Handelsministerium kündigte daraufhin am Donnerstag Vergeltungsmassnahmen an, um seine Interessen zu verteidigen.

Bei den Schweizer Standardwerten hielten sich die Kursausschläge zumeist in Grenzen. Gefragt war vor allem das Indexschwergewicht Roche, dessen Scheine 1,1 Prozent zulegten. Der Pharmakonzern hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung des Medikaments Venclexta für bislang unbehandelten Patienten mit akuter myeloischer Leukämie, die nicht für eine Chemotherapie infrage kommen, beantragt. Die Novartis-Titel gerieten etwas ins Hintertreffen und legten lediglich 0,3 Prozent zu. Das dritte Schwergewicht Nestle war leicht im Plus.

Zu den Verlierern zählten einmal mehr vor allem zyklische Werte, die von einem möglichen Wirtschaftsabschwung durch den Handelsstreit am meisten betroffen wären. Die Aktien der Elektrotechnikkonzerns ABB, des Personalvermittlers Adecco, des Zementkonzerns LafargeHolcim sowie der Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch verloren bis zu ein Prozent an Wert. Auf den Verkaufszetteln standen darüber hinaus Finanzwerte: UBS, Credit Suisse und Julius Bär gaben nach, ebenso die Versicherungen Zurich und Swiss Life.

Ihr Augenmerk dürften die Anleger in den kommenden Tagen vor allem auf die Halbjahreszahlen der Unternehmen richten. “Es hilft, dass die Unternehmen gute Gewinne machen und die Aussichten gut sind”, sagte ein Händler. Das gebe den Aktienmärkten trotz der angespannten politischen Lage weiterhin Auftrieb. In der Schweiz nimmt die Berichtssaison in der kommenden Woche mit ABB, dem Duft- und Aromenherstellers Givaudan, Novartis und der Prüffirma SGS Fahrt auf. Am Donnerstag legten bereits einige Unternehmen aus der zweiten Reihe Zahlen vor: Die Titel der Schraubenhandelsfirma Bossard und des Handelsdienstleisters DKSH waren nach einem Gewinnzuwachs gefragt. Der Asset-Manager Partners Group und die Liechtensteinische Landesbank enttäuschten jedoch mit ihren Halbjahreszahlen - beide Aktien gaben nach.

Darüber hinaus verhalfen Kaufempfehlungen von HSBC dem Vakuumventile-Hersteller VAT und der Vakuumtechnik-Firma Inficon zu Kursgewinnen von 4,4 beziehungsweise 3,5 Prozent.

Impulse erhoffen sich die Investoren im Tagesverlauf auch von neueen Konjunkturdaten: In den USA stehen neben dem Wochenbericht vom Arbeitsmarkt die Verbraucherpreise auf den Terminkalendern. In Europa wird das Protokoll der EZB-Sitzung vom Juni veröffentlicht, das die Anleger auf Hinweise zur künftigen Zinspolitik abgeklopft dürften. Die Inflation in der grössten europäischen Volkswirtschaft Deutschland hat im Juni etwas nachgelassen - bleibt jedoch vergleichsweise hoch: Die Verbraucherpreise lagen im Schnitt 2,1 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Europäische Zentralbank sieht für die Euro-Zone Inflationsraten von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunktur. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Paul Arnold)

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