July 19, 2018 / 8:14 AM / 4 months ago

Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck - Firmenbilanzen im Fokus

Zürich, 19. Jul (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag zunächst keine grossen Sprünge gemacht. Nach der Kursrally vom Vortag hielten sich die Anleger zurück, sagten Händler. Für gemischte Gefühle sorgte ein Flut von Halbjahreszahlen aus dem In- und Ausland. Der SMI rutschte zu Handelsbeginn 0,1 Prozent auf 8930 Zähler ab. Am Vortag war der Leitindex um 1,3 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Mai gestiegen. Für weitere Impulse im Tagesverlauf könnten Wirtschaftsdaten wie das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia und die US-Frühindikatoren sorgen.

Im Mittelpunkt standen die Aktien von ABB, die nach dem Halbjahresbericht mehr als vier Prozent zulegten. Trotz der anhaltenden Umsatzflaute hat der Elektrotechnikkonzern im zweiten Quartal 2018 mehr verdient. Der Gewinn des Schweizer Unternehmens kletterte um 30 Prozent auf 681 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 631 Millionen Dollar.

Das Kursfeuerwerk bei ABB wirkte jedoch nicht ansteckend: Andere zyklische Werte wie der Personalvermittler Adecco, der Sanitärtechnikkonzern Geberit oder der Zementkonzern LafargeHolcim kamen kaum vom Fleck.

Givaudan verschreckte mit einem Gewinnrückgang die Aktionäre: Die Titel gaben gut drei Prozent nach.

Bei den Schwergewichten drückten enttäuschenden Studienergebnisse auf den Kurs von Roche. Die Genussscheine rutschten 1,3 Prozent ab. Die Immuntherapie Tecentriq reduziert in Kombination mit Chemotherapie bei Lungenkrebs-Patienten zwar das Risiko einer Krankheitsverschlechterung. Abschliessende Daten zur Überlebensrate der Patienten legte Roche aber noch nicht vor. Damit habe Tecentriq einen Rückstand auf das Konkurrenzprodukt Keytruda der amerikanischen Merck, erklärte Baader Helvea-Analyst Bruno Bulic. Die Titel von Rivale Novartis legten nach dem Zwischenbericht am Mittwoch erneut 0,2 Prozent zu. Die Nestle-Aktien waren leicht im Minus.

Auch aus der zweiten Reihe sorgten zahlreiche Firmen mit ihren Berichten für Aufsehen: Bei Dormakaba trennten sich die Anleger nach einer Gewinnwarnung von der Aktie, die gut elf Prozent nachgab. Die angepeilte Ebitda-Marge von 18 Prozent werde die Firma nun spätestens 2020/21 und nicht wie geplant im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 erreichen. Hier erwartet die Schliesstechnikfirma einen Wert zwischen 16 und 16,5 Prozent.

Die Aktien von Rieter brachen gut zwölf Prozent ein. Der Betriebsgewinn des Textilmaschinenherstellers ist im ersten Halbjahr auf 14,1 von 16 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum gesunken - und auch für das Gesamtjahr geht das Unternehmen von einem Gewinnrückgang aus.

Die Titel von Temenos sackten 2,8 Prozent ab. Die Bankensoftware-Firma hat den Gewinn im zweiten Quartal um ein Viertel auf 46,5 Millionen Dollar gesteigert und bekräftigte die um Wechselkurseinflüse bereinigte Prognose für das Gesamtjahr 2018.

Besser kamen hingegen mit einem Plus von 1,3 Prozent die Zahlen von Kühne + Nagel an. Der Logistikkonzern hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr um knapp ein Zehntel auf 390 Millionen Franken gesteigert und sich zuversichtlich für das zweite Halbjahr geäussert. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Oliver Hirt)

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