September 17, 2018 / 7:52 AM / 3 months ago

Handelsstreit belastet Schweizer Börse

Zürich, 17. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse ist mit tieferen Kursen in die neue Woche gestartet. Nach wie vor halte der Handelsstreit der USA mit China die Märkte im Griff. “Solange es in dieser Sache keine Fortschritte gibt, werden die Märkte auch nicht vom Fleck kommen”, sagte ein Börsianer. Der SMI notierte mit 8937 Punkten um 0,4 Prozent tiefer. Am Freitag hatte der Leitindex 0,1 Prozent zugelegt.

China drohte einem Medienbericht zufolge damit, der nächsten geplanten Verhandlungsrunde mit den USA fernzubleiben, sollten die Vereinigten Staaten neue Zölle verhängen. Man werde nicht “mit der Pistole auf der Brust” Gespräche führen, zitierte das “Wall Street Journal” einen chinesischen Regierungsvertreter. Vergangene Woche hatte es noch Hoffnungen an den Börsen gegeben, dass sich die beiden Wirtschaftsmächte im Konflikt um höhere Zölle annähern.

Neben dem Dauerthema Handelsstreit dürften die Anleger ihren Blick auf die europäischen Inflationsdaten richten. Von ihnen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Jahren. Ausserdem steht das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von New York auf dem Terminplan.

Mit einer gewissen Spannung warteten die Marktteilnehmer zudem auf die Veröffentlichung der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstag. Thomas Stucki von der St. Galler Kantonalbank erwartet keinen Alleingang der SNB vor der Europäischen Zentralbank (EZB). Dies sei angesichts der wieder aufkommenden Frankenstärke unwahrscheinlich. “Ich erwarte die erste Zinserhöhung der SNB deshalb im September 2019.”

Im Fokus stand Credit Suisse. Die Aktie schwächte sich um 0,2 Prozent ab. “Hier wiegen sich erfreuliche und weniger erfreuliche Neuigkeiten auf”, sagte ein Händler.

Credit Suisse rechnet für die kommenden zwei Jahre mit Gewinnen zwischen fünf und sechs Milliarden Franken, wie Bankchef Tidjane Thiam der “NZZ am Sonntag” sagte. Die entsprechende Rendite von elf bis zwölf Prozent für 2020 wolle der Konzern künftig weiter steigern. “2018 wird unser Gewinn noch etwas tiefer ausfallen”, sagte Thiam. Die Grossbank hat sich eine Rüge der Eidgenössischen Finanzverwaltung (Finma) wegen ihres Umgangs mit der Geldwäschereibekämpfung eingefangen. Die Finma verfügt Massnahmen und setzt einen unabhängigen Aufpasser ein, der Umsetzung und Wirkung der Massnahmen überprüfen wird. Die Credit Suisse teilte mit, dass die untersuchten Fälle aus den Jahren 2006 bis 2014 stammten.

Die Anteile von Rivale UBS stiegen um 0,2 Prozent und zählten damit zu den raren Gewinnern unter den Bluechips.

Ebenfalls leicht höher waren die Titel des Telekomkonzerns Swisscom und der Versicherungen Swiss Life und Swiss Re.

Die stärksten Einbussen verzeichneten die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, die um je 1,3 Prozent tiefer waren. “Möglicherweise ziehen die beiden Aktien noch etwas an vor der Veröffentlichung der Uhrenexporte am kommenden Donnerstag”, sagte ein Händler.

Die Anteile anderer zyklischer Firmen wie des Bauchemieherstellers Sika, der Inspektionsfirma SGS und des Elektrotechnikkonzerns ABB verloren ebenfalls leicht Terrain.

Bei den SMI-Schwergewichten sanken die Kurse der Pharmariesen Novartis und Roche um gegen ein halbes und die des Lebensmittelmultis Nestle um 0,1 Prozent. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber)

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