September 24, 2018 / 8:29 AM / 25 days ago

Schweizer Börse gibt nach - Draghi und Fed im Blick

Zürich, 24. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse ist mit leicht tieferen Kursen in die neue Handelswoche gestartet. Nachrichten von Unternehmens- oder Konjunkturseite waren dünn gesät und es mangelte an Vorgaben von anderen Märkten. Der SMI gab 0,3 Prozent auf 8972 Punkte nach. Am Freitag war der Leitindex wieder unter die psychologisch wichtige 9000er-Marke gerutscht.

Für die Anleger gibt es eine Reihe von Gründen, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Am Nachmittag etwa steht EZB-Präsident Mario Draghi den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Rede und Antwort. Seine Äusserungen dürften auf Hinweise auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeklopft werden. Höhepunkt der Woche dürfte die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch sein. Eine Anhebung des Schlüsselzinses um einen Viertel Prozentpunkt auf 2,0 bis 2,25 Prozent gilt als ausgemachte Sache. Wichtiger dürften die Erläuterungen von Fed-Chef Jerome Powell sein.

Die Chartexperten der Zürcher Kantonalbank halten die jüngste Konsolidierungsphase für beendet und rechnen mittelfristig mit leicht höheren Kursen. Doch es gibt auch warnende Stimmen. “Die politischen Risiken, welche im Frühjahr noch ein zentraler Unsicherheitsfaktor waren, werden ausgeblendet”, erklärte etwa Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank. Für ihn steht dabei weniger das Dauerthema globaler Handelsdisput im Zentrum als viel mehr die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Haushaltsentwürfen in Italien und den USA, die andauernde Debatte um ein kontrolliertes Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU und die Kongresswahlen in den USA im November.

Die Standardwerte rutschten überwiegend ins Minus. Die rote Laterne hielt Swatch: Die Aktien des Uhrenkonzerns büssten 1,3 Prozent ein.

Die Anteile des Personalvermittlers Adecco rutschten 0,8 Prozent auf 52,44 Franken ab. Die Kundenaktivitäten in Europa deuten auf eine Verlangsamung der Wirtschaft hin, eine deutliche Abschwächung sei aber nicht erkennbar, sagte Adecco-Chef Alain Dehaze der “Finanz und Wirtschaft”. Zudem nehme die Firma wegen Investitionen kurzfristig tiefere Margen in Kauf. HSBC senkte das Kursziel auf 82 von 92 Franken, bekräftigte aber die Empfehlung “Buy”.

Merklich auf dem SMI lasteten die Schwergewichte. Die Roche-Anteile sanken um 0,6 Prozent. Auch die Novartis-Aktien verloren trotz guter Nachrichten 0,2 Prozent. Der Pharmakonzern will das Augenmedikament Lucentis ausserhalb der USA künftig breiter einsetzen und die Freigabe der Arznei zur Behandlung einer seltenen Netzhauterkrankung bei Frühgeborenen, die oft zur Erblindung führt, beantragen. Zudem untermauerte eine neue Auswertung von spätklinischen Daten die Wirksamkeit des in der Entwicklung steckenden Medikaments Brolucizumab/RTH258 gegen die Augenerkrankung AMD.

Auch der dritte SMI-Riese Nestle verlor 0,2 Prozent an Wert. Unter die Kursverlierer reihten sich zudem die Bankaktien Credit Suisse, UBS und Julius Bär ein. Versicherer dagegen gewannen als einzige SMI-Vertreter leicht an Wert. Die Titel von Swiss Re stiegen um 0,1 Prozent. Der Rückversicherer hat Andreas Berger zum Chef der Sparte Corporate Solutions ernannt.

Am breiten Mark sackten die Autoneum-Aktien 6,8 Prozent ab. Die ZKB nahm die Empfehlung für den Autoteile-Hersteller auf “Marktgewichten” von “Übergewichten” zurück.

Die Anteile des sozialen Netzwerks Asmallworld stiegen nach der Beteiligungsaufstockung eines Fonds um 4,8 Prozent. (Reporter: Paul Arnold; redigiert von Angelika Gruber)

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below