September 26, 2018 / 8:29 AM / 25 days ago

Schweizer Börse kommt vor US-Zinsentscheid nicht vom Fleck

Zürich, 26. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse hat vor der mit Spannung erwarteten Zinssitzung der US-Notenbank Fed eine Atempause eingelegt. Viele Anleger hielten sich zurück und wollten zunächst den weiteren Kurs der Währungshüter abwarten, sagten Händler. Der Leitindex SMI verlor am Vormittag 0,2 Prozent auf 9004 Zähler. Am Vortag war er um 0,8 Prozent gestiegen.

Die Notenbanker um Fed-Präsident Jerome Powell werden die Zinsen voraussichtlich auf die dann neue Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent anheben. Es wäre die dritte Zinserhöhung im laufenden Jahr. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Frage, wie es danach weitergeht. Hinweise darauf erhoffen sich die Anleger von der Pressekonferenz Powells im Anschluss an die Entscheidung, die gegen 20.00 Uhr MESZ erwartet wird.

Zu den Verlierern unter den Standardwerten zählten Bankaktien: Die Titel der UBS gaben 1,6 Prozent nach. Bei der Grossbank kommt es zu einer überraschenden Änderung an der Spitze der Investmentbank: Deren Chef Andrea Orcel verlässt das Institut und wird Chef der spanischen Bank Santander. Die Investmentbank wird ab Anfang Oktober von einer Doppelspitze geführt. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank schrieben, der Weggang von Orcel sei bedauerlich - auch wenn dessen Karriereschritt gut nachvollziehbar sei. Er habe es geschafft, Deals an Land zu ziehen. “Die neue Doppelführung dürfte keine strategischen Schritte vollziehen, deshalb sollte sich dieser Führungswechsel nicht auf den Ausblick der Einheit auswirken.” Zudem wird die UBS in Medienberichten als möglicher Partner für die angeschlagene Deutsche Bank ins Spiel gebracht. Die Schweizer Bank hatte zuletzt jedoch stets betont, von grossen Übernahmen eher absehen zu wollen.

Die Aktien der Credit Suisse verloren 0,8 Prozent und die Julius-Bär-Papiere gaben 0,4 Prozent nach. Zurich waren wenig verändert. Der Versicherungskonzern befindet sich dem “Wall Street Journal” zufolge in exklusiven Verhandlungen zum Kauf einer Kontrollmehrheit am grossen indonesischen Versicherer PT Asuransi Adira Dinamika.

Zu den Verlierern zählten zudem einige konjunktursensible Werte wie der Uhrenkonzern Swatch, der Elektrotechniker ABB, der Zementkonzern LafargeHolcim und der Sanitärtechnikkonzern Geberit.

Gefragt waren hingegen erneut die Titel von Lonza, die knapp zwei Prozent zulegten. Sie waren auch am Vortag mit Plus fünf Prozent der grösste Gewinner im SMI. Der Pharmazulieferer hatte anlässlich des Kapitalmarkt-Tages den mittelfristigen Ausblick bestätigt. Händler erklärten, das Basler Unternehmen habe weitere Margensteigerungen in Aussicht gestellt. Es gebe gute Wachstumsmöglichkeiten für das Unternehmen, sagten auch die Analysten von Vontobel.

Gesucht waren auch die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle. Die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche gaben hingegen nach - trotz teils positiver Nachrichten. Das Roche-Mittel Tecentriq hat das Leben von Lungenkrebspatienten in Kombination mit Chemotherapie um zwei Monate verlängert - im Vergleich zu einer Behandlung mit Chemotherapie allein, wie der Konzern bereits am Dienstag mitgeteilt hatte. Die Analysten von Vontobel sprachen von einem “bemerkenswerten Erfolg” - auch weil es jahrzehntelang keine Fortschritte in der Behandlung für die betroffenen Patienten gegeben habe. (Reporter: Oliver Hirt und Angelika Gruber; redigiert von Kerstin Dörr)

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