September 27, 2018 / 7:27 AM / 18 days ago

Abverkauf nach Fed-Beschlüssen an der Schweizer Börse

Zürich, 27. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nachgegeben. Der SMI büsste 0,5 Prozent auf 9039 Punkte ein. Am Mittwoch war der Leitindex noch um 0,7 Prozent gestiegen. Auf die Stimmung drückten vor allem die schlechteren Vorgaben aus den USA und Asien, sagten Händler. In den USA hatte der Dow-Jones-Index nach einer Verkaufswelle im späten Geschäft schwächer geschlossen. Und auch in Tokio und Shanghai gaben die Indizes nach.

Für Gesprächsstoff sorgte die US-Zinspolitik: Die Notenbank hatte den Leitzins weiter in die Höhe geschraubt und will bis Ende 2019 noch vier Mal nachlegen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld stieg um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent. “Unsere Wirtschaft ist stark”, sagte Fed-Chef Jerome Powell nach dem bereits dritten Zinsschritt in diesem Jahr. Die Auswirkungen des Handelsstreits seien noch immer relativ gering, auch wenn viele Geschäftsleute in den USA “zunehmend besorgt” reagierten.

Experten haben die möglichen negativen Auswirkungen weiterer Zinserhöhungen auf die Wirtschaft im Blick. “Langsam aber sicher erreicht die Fed ein Zinsniveau, bei dem es für die US-Wirtschaft wehtun kann. Ab welcher Zinshöhe dies genau der Fall ist, lässt sich nur schwer beantworten”, erklärten die Analysten der Liechtensteinischen VP Bank. Die Fed werde im kommenden Jahr die Auswirkungen der bereits eingeführten Zölle im Blick behalten.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China ist keine Entspannung in Sicht. US-Präsident Donald Trump hat China vorgeworfen, sich in die Kongresswahl einmischen zu wollen. Einen Beleg legte Trump nicht vor.

Zu den grössten Verlierern unter den Schweizer Standardwerten zählten zyklische Aktien und Bankwerte. Die Titel des Personaldienstleisters Adecco gaben 1,5 Prozent nach. Unter Abgabedruck standen darüber hinaus Richemont und ABB.

Die Aktien von Julius Bär büssten 0,5 Prozent ein. Die Privatbank will mit einer Partnerschaft mit der japanischen Investmentbank Nomura ihr Geschäft in Asien ausbauen und künftig den reichen Kunden von Nomura Vermögensverwaltungs-Dienstleistungen anbieten. Im Zuge dessen beteiligt sich Nomura mit 40 Prozent an der Japan-Tochter von Bär. Die Titel der grösseren Konkurrenten UBS und Credit Suisse gaben 1,1 und 0,9 Prozent nach.

Bei den Versicherungen verloren die Aktien von Zurich 0,4 Prozent. Der Konzern macht einen weiteren Schritt zum Ausbau seines Geschäfts in Wachstumsmärkten. Zurich zahlt für eine Beteiligung von 80 Prozent am indonesischen Versicherer PT Asuransi Adira Dinamika rund 414 Millionen Dollar.

Die als defensive Anlagen geltenden Indexschwergewichte hielten sich etwas besser als der Gesamtmarkt. Die Nestle-Aktien waren um 0,2 Prozent schwächer. Der Nahrungsmittelkonzern hofft in den kommenden Jahren auf wieder steigende Preise durch eine höhere Inflation in der westlichen Welt. Dies könne 2019 oder 2020 der Fall sein - “wenn keine ganz großen Überraschungen dazwischenkommen”, hatte Firmenchef Mark Schneider am Mittwochabend gesagt. Die Pharmatitel Novartis und Roche gaben jeweils 0,3 Prozent nach. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Paul Arnold)

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