September 28, 2018 / 9:03 AM / 20 days ago

Sorgen um Italiens Verschuldung belasten Schweizer Börse

Zürich, 28. Sep (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag zunächst keine grossen Sprünge gemacht. Nach mehreren Tagen mit Kursgewinnen lag der Leitindex SMI am Vormittag weitgehend unverändert bei 9110 Zählern. Am Donnerstag war der Blue-chip-Index 0,4 Prozent gestiegen. Für Verunsicherung sorgt die politische Lage in Italien. Die italienischen Regierungsparteien und Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria hatten sich am Donnerstagabend auf ein Defizitziel für 2019 in Höhe von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verständigt - so wie es die populistische 5-Sterne-Bewegung und die rechte Lega das gefordert hatten. Der parteilose Tria konnte sich mit seiner Forderung nach einem Defizitziel von unter zwei Prozent nicht durchsetzen.

Börsianer fürchten nun, Italien könnte die Euro-Zone mit einem hohen Defizit in eine neue Schuldenkrise stürzen. Das belastete auch andere europäische Börsen - und insbesondere den italienischen Bankenindex, der um bis zu 5,3 Prozent nachgab.

Auch an der Schweizer Börse zählten Bankaktien zu den Verlierern: Julius Bär gaben 2,4 Prozent nach, während die Grossbanken Credit Suisse und UBS 1,7 und 1,4 Prozent abrutschten. Auch sie haben Geschäft in Italien.

Die Aktien des Asset Managers GAM sackten vier Prozent ab. Nach der Suspendierung eines Fondsmanagers habe sich die erst vor wenigen Monaten angetretene Compliance-Chefin Natalie Baylis aus persönlichen Gründen entschieden, von ihrer Funktion zurückzutreten, erklärte die Firma. Die Analysten der ZKB stufen den Titel mit “Marktgewichten” ein. “Die heutige Meldung zeigt, dass GAM nicht zur Ruhe kommt”, erklärten sie.

Auch Versicherungswerte gaben nach.

Bei den zyklischen Titeln setzte sich kein eindeutiger Trend durch. Der Personalvermittler Adecco und der Elektrokonzern ABB gaben nach, während Geberit, LafargeHolcim und Sika zulegten. Sika baut seine Fertigung in Mexiko aus und eröffnet ein neues Werk für Autozulieferteile.

Der Verpackungskonzern SIG feierte ein erfolgreiches Comeback. Die Titel der Firma wurden zu 11,25 Franken ausgegeben und lagen am Vormittag bei 11,99 Franken knapp sieben Prozent im Plus. Mit einem Transaktionsvolumen von 1,49 Milliarden Franken ist SIG der größte Börsengang in der Schweiz im laufenden Jahr.

Als Stütze im SMI erwiesen sich die Luxusgütertitel Swatch und Richemont mit einem Plus von rund einem Prozent. Auch die Indexschwergewichte Nestle und Novartis notierten 0,3 Prozent fester. Roche bröckelten hingegen etwas ab. Der Pharmakonzern übernimmt die britische Krebsmittel-Firma Tusk Therapeutics. Die Tusk-Aktionäre erhalten eine Voraus-Zahlung von 70 Millionen Euro. Dazu könnten Meilensteinzahlungen von bis zu 585 Millionen Euro kommen.

Unter den Nebenwerten gaben Airesis knapp zwei Prozent nach. Die Beteiligungs-Firma hat einen Halbjahres-Verlust von 1,6 Millionen Franken verbucht. Die Titel von Coltene notierten dagegen gut vier Prozent fester, nachdem der Hersteller von Dental-Verbrauchsmaterialien eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung eines Zukaufs abgeschlossen hat. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Oliver Hirt)

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