October 5, 2018 / 8:30 AM / 13 days ago

Pessimisten haben an der Schweizer Börse die Oberhand

Zürich, 05. Okt (Reuters) - Die Schweizer Börse hat die Vortagesverluste am Freitag ausgeweitet. Händler erklärten, der jüngste Renditeanstieg der US-Staatsanleihen locke die Anleger aus den Aktienmärkten in festverzinsliche Anlagen.

Der SMI büsste 0,4 Prozent auf 9059 Punkte ein. Am Donnerstag war der Index um 0,9 Prozent gesunken.

Impulse für die weitere Entwicklung erhofften sich Börsianer vor allem von den neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA. Sollten die Anzahl Stellen und die Arbeitslosenquote besser als erwartet ausfallen, dürften die Spekulationen auf schneller steigende Zinsen in den USA an Fahrt gewinnen, sagten Börsianer. Von Reuters befragte Analysten rechneten für September im Schnitt mit einem Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft von 185.000 nach 201.000 im August.

Die Zinsfantasien treiben bereits seit Tagen die US-Bondrenditen in die Höhe - am Donnerstag hatte die Verzinsung der zehnjährigen US-Staatsanleihe mit 3,23 Prozent ein Sieben-Jahres-Hoch markiert. Höhere Zinsen machen Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver.

Bei den Schweizer Standardwerten waren die Titel mit Kursverlusten deutlich in der Überzahl. Die grössten Einbussen verzeichneten die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim mit einem Minus von 1,5 Prozent. Der Luxusgüterkonzern Richemont verlor ein Prozent an Wert, der Personalvermittler Adecco 0,6 Prozent. Händler erklärten, diese Titel litten darunter, dass höhere Zinsen die Konjunktur bremsen könnten.

Zu den wenigen Gewinnern gehörte Roche. Die Genussscheine des Basler Pharmariesen gewannen 0,3 Prozent. Der Konzern darf sein Hämophilie-Medikament Hemlibra künftig breiter einsetzen. Dem Mittel winkt Analysten-Schätzungen zufolge damit ein jährlicher Spitzen-Umsatz von drei Milliarden Franken. Die Titel des Rivalen Novartis büssten 0,2 Prozent ein.

Bei den Nebenwerten sanken Ems Chemie 1,3 Prozent. Der Spezialchemiekonzern hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um gut ein Zehntel auf 1,77 Milliarden Franken gesteigert und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Ems habe die Umsatzerwartungen für das dritte Quartal nicht ganz erfüllen können, erklärte die Zürcher Kantonalbank. “Aufgrund der sich verlangsamenden Weltkonjunktur, dem verhaltenen Geschäftsausblick vieler Kunden von Ems und den anhaltenden Versorgungsengpässen bei den Rohstoffen werden wir unsere Schätzungen leicht nach unten anpassen”, resümierte Analyst Philipp Gamper.

Die Aktien von Helvetia verloren 3,1 Prozent. Helvea Baader hatte die Anlageempfehlung auf “Hold” von “Buy” gesenkt. Fast vier Prozent tiefer lagen die Aktien des Backwarenherstellers Aryzta, der eine umfangreiche Kapitalerhöhung plant. Landis&Gyr setzten die Verlustserie der beiden Vortage fort und sackten auf ein Jahrestief ab.

Unter den Gewinnern waren dagegen die Aktien von New Venturetec mit einem Plus von 8,7 Prozent zu finden. Die Beteiligungsgesellschaft erwartet für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18 einen Nettogewinn von rund 26 Millionen Dollar. (Reporter: Oliver Hirt; redigiert von Angelika Gruber)

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below