October 8, 2018 / 8:48 AM / in 8 days

Zinssorgen drücken Schweizer Börse unter 9000 Punkte

Zürich, 08. Okt (Reuters) - An der Schweizer Börse haben die Abgaben der Vorwoche am Montag angehalten. Händler erklärten, angesichts der brummenden US-Konjunktur sorgten sich die Anleger vor aggressiveren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Der SMI verlor 0,8 Prozent auf 8972 Punkte. Am Freitag hatte der Blue Chip-Index wegen des US-Zinsanstiegs und dem Streit über die Haushaltspläne der italienischen Regierung bereits 0,6 Prozent nachgegeben.

Einiges spreche dafür, dass der Schwellenwert, bei dem das internationale Renditeniveau die Aktienmärkte unter Druck setze, in Greifweite liege, erklärte die Zürcher Kantonalbank. “Wir schliessen daraus, dass es in den nächsten Wochen zu einer ausgeprägten Berg- und Talfahrt an den Aktienmärkten kommen könnte”, so die Strategen der Bank. Defensive Aktienmärkte, zu denen die ZKB auch den schweizerischen zähle, dürften sich in einem solchen Umfeld besser behaupten.

Sämtliche Schweizer Standardwerte gaben im Morgenhandel nach. Die grössten Verluste verzeichneten die Luxusgüter-Titel. Richemont verloren 2,3 Prozent, Swatch 2,2 Prozent. Mit dem Zementkonzern LafargeHolcim rangierte ein weiterer zyklischer Titel prominent auf den Verkaufszetteln der Anleger.

Auch bei den Banken dominierten Abgaben. Credit Suisse und UBS sanken jeweils rund 1,5 Prozent. Am Montag beginnt in Frankreich der Prozess gegen die UBS und einige ihrer Ex-Mitarbeiter wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Der Fall, der sich bereits über Jahre hinzieht, ist eine der grössten noch offenen Rechtsstreitigkeiten für das Geldhaus. Im schlimmsten Fall droht der Schweizer Bank eine Busse von bis zu fünf Milliarden Euro.

Bei den Nebenwerten sackten Sonova sechs Prozent ab. Händler erklärten, die amerikanische Bose habe in den USA die Marktzulassung für ein Hörgerät bekommen, das der Nutzer selbst anpassen kann. Die Nachricht setzte neben Sonova auch die Aktien anderer etablierter Anbieter wie etwa William Demant und GN Store Nord aus Dänemark unter Druck.

Gesucht waren dagegen kleinere Lebensmittelwerte. Die Scheine von Lindt&Sprüngli stiegen 0,2 Prozent. Der zweite Schokoladenwert Barry Callebaut verteuerte sich um 1,5 Prozent. Auch die Aktien des vor einer umfangreichen Kapitalerhöhung stehenden Backwarenherstellers Aryzta rückten vor. Händler erklärten, in unsicheren Zeiten steuerten die Anleger oft Nahrungsmitteltitel als sichere Häfen an. (Reporter: Oliver Hirt; redigiert von Rupert Pretterklieber)

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