October 10, 2018 / 8:26 AM / 9 days ago

Konjunktursorgen bremsen Schweizer Börse - Luxusgüterwerte fallen

Zürich, 10. Okt (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht nachgegeben. Konjunktur- und Zinssorgen zügelten laut Händlern den Risikoappetit der Anleger. Der SMI sank um 0,1 Prozent auf 8958 Punkte. Am Vortag hatte sich der Leitindex nach mehreren schwachen Vortagen stabilisiert und unverändert geschlossen.

Die Marktteilnehmer befürchteten, dass Wolken am derzeit noch ungetrübten Konjunkturhimmel aufziehen könnten. Unter anderem hat der IWF kürzlich seine Wachstumsprognose für die globale Wirtschaft gesenkt. Zudem hatten sich zyklische Unternehmungen weniger optimistisch geäussert.

Die Marktteilnehmer sorgten sich wegen des Handelskonflikts der USA mit China. Zudem sehe es so aus, als ob die US-Notenbank Fed die Zinsen aggressiver als erwartet anheben könnte und dies der Weltwirtschaft einen zusätzlichen Dämpfer geben könnte.

Auch der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU und die Brexit-Verhandlungen dämpften die Investitionsbereitschaft sowohl in der Realwirtschaft als auch an den Finanzmärkten, hiess es am Markt. “Die Furcht, dass die goldenen Zeiten zu Ende gehen, nimmt zu”, sagte ein Börsianer.

Die Sorgen um eine Abschwächung der Nachfrage aus China und eine negative Branchenstudie setzten den Luxusgütersektor unter Druck. Morgan Stanley hat den Sektor auf “Underweight” gesenkt und bevorzugt nun Substanzwerte gegenüber Wachstumstiteln. Europaweit sackten die Luxusgütertitel ab. Die Anteile von Richemont und Swatch führten mit Einbussen von zwei und 2,7 Prozent die Verlierer bei den Bluechips an.

Konjunktursorgen belasteten auch andere zyklische Titel: Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB fielen um 1,2 Prozent, die des Sanitärfirma Geberit um 0,7 Prozent und die des Bauchemieherstellers Sika um 1,4 Prozent.

Festere Kurse verbuchten dagegen Finanzwerte wie Swiss Life, Zurich und Credit Suisse mit einem Plus von einem halben Prozent. Die Schwergewichte Nestle und Novartis gewannen ebenfalls ein halbes Prozent. Roche dagegen schwächten sich leicht ab.

Am breiten Markt stürzten die Aktien von Bossard um zehn Prozent ab. Die Schraubenhandelsfirma hat den Umsatz im dritten Quartal unter anderem dank eines höheren Ausstosses des Elektrofahrzeugherstellers Tesla zwar um 9,3 Prozent auf 212,7 Millionen Franken gesteigert und erwartet auch im vierten Quartal einen Umsatz auf hohem Niveau. Im vierten Quartal dürfte die Wachstumsrate aber etwas tiefer ausfallen als im bisherigen Jahresverlauf. Bossard nahm daher die Umsatzprognose für 2018 auf 865 Millionen von bisher 880 Millionen Franken zurück.

Die Anteile der ebenfalls in der Verbindungstechnik aktiven SFS Group fielen um zwei Prozent.

Die Aktien von VAT sackten 12,4 Prozent ein. Der Hersteller von Vakuumventilen wird für rund 400 Produktionsmitarbeiter Kurzarbeit einführen, nachdem sich einige Absatzmärkte, vor allem bei Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie, abgeschwächt haben. Händler befürchten eine Wachstumsabschwächung im Halbleiter-Sektor. Für ZKB-Analyst Alexander Koller kommt die Ankündigung wenig überraschend. VAT habe eine Abschwächung bereits kommuniziert. Zudem hätten Konkurrenten in den letzten Wochen ähnliche Aussagen gemacht.

Im Sog von VAT büssten auch andere Technologiewerte wie AMS, Inficon, Logitech oder U-blox Terrain ein. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Oliver Hirt)

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