October 11, 2018 / 6:23 AM / in 2 months

Korrektur an der Wall Street dürfte Schweizer Börse belasten

Zürich, 11. Okt (Reuters) - Die Korrektur an der Wall Street dürfte am Donnerstag auch die Schweizer Börse belasten. Die Bank Julius Bär berechnete den SMI vorbörslich mit 8765 Punkten um 1,4 Prozent tiefer. Der SMI Future sank um 1,5 Prozent auf 8746 Zähler. Am Mittwoch hatte der Leitindex um 0,8 Prozent tiefer geschlossen.

Händler rechneten mit einem Kursrückgang auf breiter Front. “Die Vorgaben sind klar. Nach einem Minus von drei Prozent beim Dow Jones und von fast 4,5 Prozent in Tokio stehen auch bei uns die Zeichen auf Sturm”, sagte ein Händler.

Seit Tagen machen den Aktien Spekulationen auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft und die Furcht, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen rascher und stärker erhöhen könnte als bisher erwartet, zu schaffen. Und die Zins-Spekulationen könnten am Nachmittag neue Nahrung bekommen, wenn die Zahlen zur Inflation und den Einkommen in den USA veröffentlicht werden. Daneben halten der Streit über den italienischen Haushalt sowie die Brexit-Verhandlungen die Anleger in Atem.

Händler hofften, dass dem Schweizer Aktienmarkt die defensive Zusammensetzung helfen könnte. Die drei Marktschwergewichte, die Pharmawerte Novartis und Roche und der Lebensmitteltitel Nestle machen mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung des SMI aus. Sie gelten als vergleichsweise konjunkturresistent. Vorbörslich wurden ihre Papiere mit einem Minus von rund einem Prozent besser als der Gesamtmarkt indiziert. Für Finanz- und zyklische Werte nannten Händler rund zwei Prozent tiefere Kurse.

Ein unerwartetes Übernahmeangebot verhalf den Aktien von Ceva Logistics zu einem Kursplus von 12,8 Prozent. Der Logistikkonzern hat ein Übernahmeangebot erhalten, das der Verwaltungsrat jedoch ablehnt. Dem Gremium liege eine Offerte zum Preis von 27,75 Franken je Aktie in bar vor. Angaben zum Bieter machte das Unternehmen nicht. Das Angebot sei jedoch nach Einschätzung des Verwaltungsrats nicht im besten Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre. “Insbesondere kam der Verwaltungsrat zu dem Schluss, dass das Angebot die Aussichten von CEVA Logistics als eigenständiges Unternehmen deutlich unterbewertet”, hieß es in der Mitteilung. Um sich gegen den Vorstoss zu wehren hat Ceva das Abkommen mit seinem Grossaktionär CMA CGM geändert: Dieser darf seine Beteiligung von aktuell 24,99 Prozent per sofort auf bis zu ein Drittel der Stimmrechte erhöhen. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber; Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168)

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