October 11, 2018 / 7:38 AM / 7 days ago

Schweizer Börse gibt nach Wall Street-Korrektur deutlich nach

Zürich, 11. Okt (Reuters) - Die Angst vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft hat am Donnerstag der Schweizer Börse weiter zu schaffen gemacht. Der SMI startete um 1,5 Prozent tiefer und folgte damit den negativen Vorgaben von der Wall Street, wo der Dow Jones mehr als drei Prozent eingebüsst hatte, und anderer Börsen nach unten. Im Verlauf grenzte der SMI einen Teil der Verluste ein und stand zuletzt mit 8777 Zählern noch um 1,3 Prozent unter dem Stand vom Mittwoch, als er 0,8 Prozent eingebüsst hatte.

Seit einiger Zeit machen den Aktien Spekulationen auf eine Abkühlung der Weltwirtschaft und die Furcht, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen rascher und stärker erhöhen könnte als bisher erwartet, zu schaffen. Mit Spannung warteten die Anleger auf die Veröffentlichung der Zahlen zur Inflation und den Einkommen in den USA. Diese könnten den Zins-Spekulationen neue Nahrung geben. Ausserdem sorgen sich die Anleger weiter um die Folgen des Streit über den italienischen Haushalt sowie der Brexit-Verhandlungen.

Sämtliche Standardwerte büssten Terrain ein. Dabei schlugen sich die drei Marktschwergewichte, die Pharmawerte Novartis und Roche und der Lebensmitteltitel Nestle, besser als die Aktien zyklischer Firmen und die Finanzwerte. Die “Grossen Drei” gelten als vergleichsweise konjunkturresistent. Die Anteile von Nestle schwächten sich um 0,2 Prozent ab, Roche und Novartis büssten je ein Prozent ein. Ebenfalls besser als der Markt schlugen sich die Titel des Aromen- und Duftstoffherstellers Givaudan und des Telekomkonzerns Swisscom.

Dagegen rauschten die Aktien der Banken in die Tiefe: Credit Suisse sackten um drei Prozent ab, UBS fielen um 2,7 Prozent und die Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel büssten mehr als 3,5 Prozent ein. Die Aktien der Versicherer schlugen sich mit Einbussen von mehr als einem Prozent besser als die Banken. Swiss Re verloren 1,5 Prozent.

Bei den zyklische Firmen wurden die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB um 1,7 Prozent tiefer bewertet. Der Zeitarbeitskonzern Adecco verlor zwei Prozent. Der Zementhersteller LafargeHolcim schwächte sich um 1,2 Prozent ab.

Am breiten Markt stachen die Aktien von Ceva Logistics mit einem Kursplus von fast einem Fünftel auf 21,95 Franken auf. Der Logistikkonzern hat ein Übernahmeangebot erhalten, das der Verwaltungsrat jedoch ablehnt. Dem Gremium liege eine Offerte zum Preis von 27,75 Franken je Aktie in bar vor. Angaben zum Bieter machte das Unternehmen nicht. Das Angebot sei jedoch nach Einschätzung des Verwaltungsrats nicht im besten Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre. Um sich gegen den Vorstoss zu wehren hat Ceva das Abkommen mit seinem Grossaktionär CMA CGM geändert: Dieser darf seine Beteiligung von aktuell 24,99 Prozent per sofort auf bis zu ein Drittel der Stimmrechte erhöhen. Überdurchschnittliche Kursverluste verbuchten die Aktien aus dem Technologiebereich, die damit dem Korrekturpfad der US-Mitbewerber folgten. AMS, Kudelski, Inficon, Huber + Suhner und U-blox gaben deutlich nach. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Angelika Gruber; Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168)

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