October 15, 2018 / 8:34 AM / a month ago

Schweizer Börse nimmt Abwärtstrend wieder auf

Zürich, 15. Okt (Reuters) - Die Schweizer Börse hat zu Wochenbeginn nachgegeben. Schwache Vorgaben aus Asien und die zahlreichen schwelenden wirtschaftlichen und politischen Probleme hielten die Anleger von Käufen ab, sagten Händler. Der SMI sank um 0,7 Prozent auf 8603 Punkte. In der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als vier Prozent eingebüsst und die zweitschlechteste Woche in diesem Jahr hingelegt.

Aus charttechnischer Sicht dürfte der Abwärtstrend noch etwas weitergehen. Die kurzfristigen Momentum-Indikatoren indizieren zwar eine fast überverkaufte Situation, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Durch die Entwicklung der letzten Tage sei der zuvor geltende Aufwärtstrend aber beendet worden und es sei mit weiteren Abgaben zu rechnen. Eine starke Unterstützung sehen di ZKB-Experten beim SMI-Jahrestief um 8470 Punkte. Bei 8930 Punkten stosse das Bluechip-Barometer auf Widerstand.

Ein Börsianer begründete die Zurückhaltung der Anleger mit den Sorgen um eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaft, dem US-chinesisch Handelsdisput und den höheren Renditen der US-Anleihen. Zudem sorge der Streit um den verschwundenen saudiarabischen Journalisten Dschamal Chaschoggi für anziehende Ölpreise und Spannungen der USA mit Saudi-Arbien. Auch der italienische Staatshauhalt und das Tauziehen um die Modalitäten des Ausscheidens Grossbritanniens aus der EU sorge für Verunsicherung. Frische Impulse werden von den US-Einzelhandelsdaten am Nachmittag und der US-Bilanzsaison erhofft. Geschäftszahlen legt unter anderem die Bank of America vor.

Auch in der Schweiz nimmt die Berichtssaison Fahrt auf. Diese Woche stehen die Zwischenbilanzen der Pharmakonzerne Novartis und Roche und des Lebensmittelkonzerns Nestle auf dem Programm. Die Anteile von Novartis und Roche schwächten sich um 0,3 beziehungsweise 0,2 Prozent ab. Die Nestle-Aktien sanken um 0,5 Prozent.

Bei den Banken fielen die Titel der Credit Suisse um 1,3 Prozent und die der UBS um ein Prozent auf neue Jahrestiefstwerte. Versicherungstitel neigten ebenfalls zur Schwäche, die Abschläge waren aber geringer als bei den Banken.

Bei den zyklischen Firmen verlor ABB 1,7 Prozent an Wert. Bei 20,72 Franken erreichte der Elektrotechnikwert den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Die Aktien von LafargeHolcim und SGS rutschten ein beziehungsweise 1,9 Prozent ab. Die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch um 1,6 beziehungsweise 1,5 Prozent tiefer bewertet.

Am breiten Markt schossen die Santhera-Aktien 8,7 Prozent nach oben. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat sich zustimmend zur Orphan-Drug-Designation des Wirkstoffs POL6014 zur Behandlung der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose geäussert. Die Europäische Kommission dürfte nun innerhalb von 30 Tagen entscheiden, ob sie POL6014 als Medikament zur Behandlung seltener Krankheiten (Orphan Drug) einstuft. Die Anteile der Biotech-Firma Addex stiegen um 5,7 Prozent. (Reporter: Rupert Pretterklieber; redigiert von Paul Arnold)

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