October 19, 2018 / 8:39 AM / a month ago

Schweizer Börse legt zu - Anleger bleiben aber vorsichtig

Zürich, 19. Okt (Reuters) - Die Schweizer Börse hat zum Wochenschluss leicht zugelegt. Positive Vorgaben aus China sorgten am Freitag für gute Stimmung, sagten Börsianer. Ganz ungetrübt war das Bild jedoch wie bereits in den Vortagen nicht: Der Streit über den italienischen Haushalt dämpfe die Risikobereitschaft, hieß es am Markt. Dementsprechend gefragt waren die weniger konjunkturabhängigen Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche, während zyklische Titel und Banken auf den Verkaufszetteln standen. Der Leitindex SMI legte 0,3 Prozent zu auf 8808 Punkte. Am Donnerstag hatte er - ebenfalls dank Kursgewinnen des Lebensmittelkonzerns und der beiden Pharmagrößen - 0,3 Prozent höher geschlossen.

Der populistischen Regierung in Rom droht mit ihrem Haushaltsentwurf Schiffbruch in der Europäischen Union. Die EU-Kommission räumte Italien in einem Brief eine Frist bis Montag ein, um auf die Bedenken von Brüssel zu antworten. Der Streit hat auch Auswirkungen auf den Geldmarkt und bremst dort die Spekulationen auf die erste EZB-Zinserhöhung seit Jahren. Mittlerweile wird dort erst für Oktober 2019 fest damit gerechnet - und nicht mehr für September. Davon dürfte auch abhängig sein, wann die Schweizerische Nationalbank Abstand von ihren rekordtiefen Negativzinsen nimmt.

Handelsimpulse erhofften sich die Anleger im Tagesverlauf von einer Reihe von Firmenbilanzen aus dem Ausland. Der kleine Verfallstermin an der Derivatebörse Eurex könnte das Geschehen bei einzelnen Aktien ebenfalls beeinflussen.

Grösster Gewinner waren die Papiere des Pharmazulieferers Lonza, die gut ein Prozent zulegten. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung. Dahinter folgte der Nahrungsmittelriese Nestle mit ebenfalls einem Plus von einem Prozent. Das Unternehmen hat am Donnerstag erklärt, bei seinen Jahreszielen auf Kurs zu sein. Es sei nicht alles perfekt, “aber Nestle bewegt sich in die richtige Richtung”, erklärten die Analysten von Vontobel.

Die Titel von der beiden Pharmakonzerne Roche und Novartis legten 0,6 und 0,2 Prozent zu. Novartis hat allerdings in den USA einen Rückschlag einstecken müssen: Die US-Gesundheitsbehörde FDA lehnte einen Antrag ab, das bisher gegen eine seltene Entzündungskrankheit eingesetzte Medikament Canakinumab auch einigen Herzpatienten zu verschreiben.

An der Spitze der Verlierer standen die Titel des Personalvermittlers Adecco mit einem Minus von knapp zwei Prozent. Die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont gaben 1,4 und 0,3 Prozent nach. Auch bei den Banken gab es Verluste: Credit Suisse, Julius Bär und UBS büßen mehr als ein Prozent ein.

Die Aktien der Bank Vontobel rutschten 1,5 Prozent ins Minus. Der Vermögensverwalter übernimmt von der Genfer Privatbank Lombard Odier das Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA. Derzeit verwaltet Lombard rund 600 Millionen Franken für reichere US-Kunden und ebenfalls rund 600 Millionen Franken für private Brokerage-Kunden. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank bezeichneten die Übernahme als sinnvoll. “Einen Quantensprung stellt sie jedoch unseres Erachtens nicht dar”, erklärten sie.

Die Papiere von Huber+Suhner legten knapp fünf Prozent zu. Der Kabelhersteller schloss einen Zuliefervertrag mit dem chinesischen Autohersteller Geely für Elektro-Autos ab. (Reporter: Angelika Gruber und Rupert Pretterklieber; redigiert von Christian Götz; Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1236 oder +49 30 2888 5168)

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