December 20, 2018 / 10:21 AM / 3 months ago

Schweizer Börse gibt nach US-Zinserhöhung nach

Zürich, 20. Dez (Reuters) - Der Schweizer Börse hat ihre Talfahrt am Donnerstag fortgesetzt und erneut deutlich an Wert verloren. Grund dafür war die Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen erneut anzuheben. Zudem liess die Fed durchblicken, dass 2019 mit zwei weiteren Erhöhungen zu rechnen sei. Das ist zwar weniger, als zuletzt avisiert. Doch angesichts eines möglichen US-Wirtschaftsabschwungs könnte das in den Augen mancher Anleger immer noch zu viel sein. Die Börsen sackten daraufhin ab. Der SMI verlor am Vormittag 1,6 Prozent auf 8406 Zähler. Damit notierte er nahe an seinem Jahrestief von 8373 Punkten von Ende Juni.

Der Chefökonom der VP Bank, Thomas Gitzel, erwartet weitere Zinsschritte der Fed erst in der zweiten Jahreshälfte 2019. “Nach neun Zinserhöhungen und unruhigen Aktienmärkten wird der oberste Notenbanker der USA wohl erst einmal eine Bestandaufnahme vornehmen. Lässt es die konjunkturelle Entwicklung zu, geht es dann zur Jahresmitte weiter”, erklärte er. Die Anlageexperten der Swiss Life geben sich angesichts der Turbulenzen etwa durch den Handelsstreit zwischen den USA und China vorsichtig für die kommenden Monate. “Wir nehmen eine Menge politischer und konjunktureller Unwägbarkeiten mit in das neue Jahr”, sagte Swiss-Life-Chefökonom Marc Brütsch.

In der Schweiz zählten Bankaktien zu den grössten Verlierern: UBS und Credit Suisse gaben jeweils mehr als drei Prozent nach, Julius Bär verlor knapp drei Prozent an Wert.

Am stärksten fielen die Abschläge beim Pharmazulieferer Lonza aus, der gut fünf Prozent an Wert verlor.

Auch konjunkturabhängige Werte wie der Zementkonzern LafargeHolcim, der Elektrokonzern ABB oder der Bauchemiekonzern Sika verloren deutlich an Wert. LafargeHolcim hat in Kanada einen Auftrag über 100 Millionen kanadische Dollar für eine Autobahn bekommen.

Etwas besser als der Gesamtmarkt schlugen sich die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis, die ein und 0,6 Prozent einbüssten. Bei Novartis wird Susanne Schaffert ab Januar Chefin des Onkologie-Geschäfts. Die gegenwärtige Leiterin Liz Barrett tritt zum Jahresende zurück und wird Chefin einer US-Biotechfirma. Das dritte Schwergewicht Nestle gab gut ein Prozent nach.

Bei den Versicherungen stand Swiss Re im Fokus: Der japanische Versicherer MS&AD Insurance investiert weitere 315 Millionen Pfund in die britische Swiss Re-Tochter ReAssure und erhöht seinen Anteil damit auf 25 von 15 Prozent. Die Aktie gab rund ein Prozent nach.

Die Titel der Luxusgüterkonzerne Swatch und Richemont gaben trotz eines Anstiegs der Uhrenexporte im November um knapp zwei Prozent nach.

Am breiten Markt legten die Anteilsscheine von Leonteq knapp ein Prozent zu. Der Derivate-Anbieter erwartet für das Gesamtjahr 2018 eine Vervierfachung des Vorsteuergewinns auf 90 Millionen Franken.

Sehr verhalten fiel der Börsenstart der Pharmafirma Igea Pharma aus. Die Aktie verlor bei ihrem Debüt an der SIX gut 20 Prozent und notierte bei drei Franken. Der Ausgabepreis lag bei 3,75 Franken. Das Unternehmen verkauft Produkte und Dienstleistungen zur Prävention von Alzheimer und Diabetes. (Reporter: Angelika Gruber, redigiert von Oliver Hirt)

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