December 21, 2018 / 9:18 AM / a month ago

Schweizer Börse rutscht auf neues Jahrestief ab

Zürich, 21. Dez (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am letzten Handelstag vor Weihnachten erneut an Boden verloren und ein neues Jahrestief markiert. Bei den Anlegern wirke die Enttäuschung über den Zinsausblick der US-Notenbank nach, sagten Händler. Zudem wollten sie sich vor den Feiertagen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und Risiken eingehen. Der Leitindex verlor am Vormittag 0,6 Prozent auf 8363 Zähler. Das bisherige Jahrestief hatte der Index Ende Juni bei 8373 Punkten markiert.

Die Fed hatte diese Woche die Zinsen erneut angehoben und durchblicken lassen, dass 2019 mit zwei weiteren Erhöhungen zu rechnen ist. Das ist zwar weniger, als zuletzt avisiert. Doch angesichts eines möglichen US-Wirtschaftsabschwungs könnte das in den Augen mancher Anleger immer noch zu viel sein. Die Börsen gaben daraufhin weltweit nach. Zudem sorgte die anhaltende Unsicherheit über den Brexit und die Ankündigung der USA für einen Abzug aus Syrien für Unsicherheit. Die Anlageexperten der Privatbank Lombard Odier erwarten auch für das kommende Jahr ein Auf und Ab an den Börsen. “Die Volatilität wird bleiben”, erklärten sie in ihrem Ausblick.

Zu den wenigen Gewinnern in der Schweiz zählten die Aktien der Privatbank Julius Bär mit einem Plus von 0,6 Prozent. Sie hatten zuletzt nachgegeben. Gefragt waren zudem die Papiere der Luxusgüterfirmen Richemont und Swatch.

Unter den Verlierern fanden sich wenig konjunkturabhängige Werte wie der Telekomkonzern Swisscom mit einem Minus von 1,5 Prozent, sowie die Pharmakonzerne Roche und Novartis, die ebenfalls beide über ein Prozent nachgaben. Positive Nachrichten bei Novartis verhallten: Der Konzern hat von der EU-Kommission grünes Licht für eine erweiterte Indikation des Krebsmittels Kisqali erhalten. Zudem könnte die Novartis-Gentherapie zur Behandlung der Muskelkrankheit SMA einem Bericht einer unabhängigen US-Nonprofit-Organisation zufolge kostengünstiger sein als das Medikament Spinraza von Biogen.

Das dritte Index-Schwergewicht Nestle gab 0,6 Prozent nach. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank stuften den Titel auf Übergewichten von Untergewichten hoch. “Das Konjunkturumfeld hat sich in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt. Dies kann zwar auch bei Nestle zusätzliche Bremsspuren für 2019 hinterlassen. Diese werden jedoch weniger stark ausgeprägt sein als bei den meisten anderen Industrien”, erklärten sie.

Am breiten Markt gewannen die Rieter-Aktien gut drei Prozent. Das Unternehmen erwartet 2019 einen Sondergewinn von 60 Millionen Euro aus einem Immobilienverkauf.

Die Temenos-Titel legten knapp ein Prozent zu. Die Bankensoftware-Firma hat die US-Firma PayPal als Kunden gewonnen.

Die Aktien der Handelsfirma DKSH büssten jedoch ein Prozent ein. Das Unternehmen übernimmt das Distributionsgeschäft von Auric Pacific in Singapur und Malaysia für 160 Millionen Franken. Die Analysten von Vontobel sprachen von einem “positiven Schritt”. Die Firma habe Spielraum für weitere Zukäufe oder eine Sonderdividende. (Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Oliver Hirt)

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