July 4, 2018 / 8:02 AM / 2 months ago

Bundesbank gegen Änderungen bei EZB-Anleihenkäufen

Frankfurt (Reuters) - Die Bundesbank steht Überlegungen skeptisch gegenüber, bei der Wiederanlage der Gelder aus den billionenschweren EZB-Anleihenkäufen neue Wege zu gehen.

European Union flags flutter outside the European Central Bank (ECB) headquarters in Frankfurt, Germany, April 26, 2018. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Auch diese Reinvestitionen müssten marktneutral geschehen und sollten zu keinen Verzerrungen führen, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling der “Börsen-Zeitung” (Mittwochausgabe). “Es geht für uns nicht darum, durch die Gestaltung der Reinvestitionen einen eigenen geldpolitischen Impuls zu setzen.” Das einzige Ziel sei es, die günstigen Finanzbedingungen zu erhalten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte unlängst in Aussicht, ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe zum Jahresende einzustellen. Aber auch danach sollen die Einnahmen aus fällig werdenden Papieren noch für längere Zeit in Anleihen reinvestiert werden. Laut EZB-Direktor Benoit Coeure werden das 2019 etwa 15 Milliarden Euro pro Monat sein. Wie die Nachrichtenagentur Reuters zuletzt von Insidern erfuhr, gibt es in der EZB Überlegungen, die Erlöse aus fällig werdenden Titeln etwas stärker in langlaufende Papiere anzulegen. So sollen die langfristigen Zinsen am Markt, die als Richtschnur für Kredite und Hypotheken dienen, niedrig gehalten werden.

Wuermeling zufolge darf auch bei der Wiederanlage das Grundgerüst der EZB-Transaktionen nicht geändert werden. “Die Reinvestitionen sollten dem Ziel der Einhaltung des Kapitalschlüssels dienen.” Dieses von der EZB selbst gesetzte Regelwerk sorgt dafür, dass Staatsanleihen entsprechend der Eigenkapital-Beteiligung der Länder getätigt werden. Der Anteil der auf ein Land entfallenden Käufe ist dabei auch ein Spiegel der jeweiligen Wirtschaftskraft. Daher werden besonders viele Bundesanleihen erworden. Einer der Insider hatte Reuters gesagt, bei einem stärkeren Fokus auf länger laufende Titel würden kleinere Abweichungen vom Kapitalschlüssel wohl toleriert. Die Commerzbank sieht in den aktuellen EZB-Anleihenkäufen bereits einen Trend hin zu längeren Laufzeiten.

In den USA hatte die dortige Notenbank 2011 in großem Stil kurzlaufende Anleihen durch längerlaufende Titel in ihrem Bestand ersetzt. In der Notenbankwelt ist dies als “Operation Twist” bekannt, angelehnt an den Tanz mit besonders schnellen Drehungen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below