January 30, 2020 / 6:05 PM / 2 months ago

Weidmann gegen Ausweitung des EZB-Mandats

German Bundesbank President Jens Weidmann presents the annual 2018 report in Frankfurt, Germany, February 27, 2019. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Freiburg (Reuters) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich dafür ausgesprochen, der Europäischen Zentralbank (EZB) keine zusätzlichen Aufgaben über die Sicherung eines stabilen Euro hinaus aufzubürden.

Geldwertstabilität sollte das vorrangige Ziel der Geldpolitik sein, sagte Weidmann am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung in Freiburg. “Eine weite Auslegung unseres geldpolitischen Mandats würde letztlich die Unabhängigkeit infrage stellen”, warnte er.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte kürzlich den Startschuss für eine umfassende Überprüfung der Strategie der Euro-Notenbank gegeben. In deren Mittelpunkt steht das Inflationsziel, die wichtigste Richtschnur der Euro-Wächter zur Sicherung von Geldwertstabilität. Die EZB will aber etwa auch prüfen, welchen Beitrag sie zur Bekämpfung des Klimawandels leisten kann.

Weidmann sieht Forderungen kritisch, der Geldpolitik zusätzlich Klimaziele vorzugeben. Allerdings sollten Notenbanken in ihrer Rolle als Bankenaufseher darauf achten, dass Geldhäuser Finanzrisiken aus dem Klimawandel und dem Übergang zu einer “grüneren” Wirtschaft in ihrem Risikomanagement angemessen berücksichtigen, sagte er. Zudem müssten Währungshüter die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels in ihre geldpolitischen Analysen einbeziehen.

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