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Weidmann - Politischer Druck könnte EZB-Kurs schaden
November 29, 2017 / 5:49 PM / 18 days ago

Weidmann - Politischer Druck könnte EZB-Kurs schaden

Essen (Reuters) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann befürchtet, dass die EZB den richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes verpassen könnte.

Deutsche Bundesbank (German Federal Bank) President Jens Weidmann attends the ‘G20 Africa Partnership – Investing in a Common Future’ Summit in Berlin, Germany June 13, 2017. REUTERS/Axel Schmidt

Die Finanzierungsbedingungen der Staaten hingen inzwischen viel unmittelbarer vom Vorgehen der Währungshüter ab als in Zeiten einer normalen Geldpolitik, sagte Weidmann am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Essen laut Redetext. “Ich habe daher die Sorge, dass der EZB-Rat am Ende unter politischen Druck geraten könnte, die Zinsen länger als aus geldpolitischer Sicht vertretbar niedrig zu halten”, sagte Weidmann. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken seien zum größten Gläubiger der Euro-Staaten geworden.

Die Leitzinsen im Euro-Raum liegen bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Die EZB will so unter anderem für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen. Im Oktober hatte sie zwar beschlossen, ihre vor allen in Deutschland umstrittenen monatlichen Anleihenkäufe ab Januar auf 30 Milliarden Euro zu halbieren. Die Transaktionen wurden aber zugleich bis mindestens Ende September 2018 verlängert. Aus Sicht von Weidmann wäre angesichts günstiger Konjunkturaussichten und anziehender Preise eine etwas weniger expansive Geldpolitik vertretbar gewesen.

Der wirtschaftliche Aufschwung im Euro-Raum sei inzwischen robuster geworden, sagte der Bundesbank-Präsident. Der Aufwärtstrend halte bereits seit 17 Quartalen an und habe alle Euro-Länder erfasst. “Diese Entwicklung dürfte auch noch eine Zeit weitergehen.” Die Wirtschaftslage in Deutschland bezeichnete Weidmann als außergewöhnlich gut. “Die jüngst eingegangenen Konjunkturindikatoren deuten auch nicht darauf hin, dass die schwierige Regierungsbildung hierzulande die Stimmung spürbar trübt.”

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