December 18, 2017 / 9:08 AM / a year ago

Milliardär Pinera gewinnt Präsidentenwahl in Chile deutlich

Presidential candidate Sebastian Pinera gestures after winning the presidential election, in Santiago, Chile, December 17, 2017. REUTERS/Ivan Alvarado TPX IMAGES OF THE DAY

Santiago (Reuters) - Der konservative Kandidat Sebastian Pinera hat die Präsidentenwahl in Chile überraschend deutlich für sich entschieden.

Pinera kam nach offiziellen Angaben vom Sonntag auf 54,58 Prozent der Stimmen, sein Mitte-Links-Rivale Alejandro Guillier 45,42 Prozent. Eigentlich war mit einem knapperen Ergebnis gerechnet worden. Am Ende wurde es aber die deutlichste Niederlage für das Mitte-Links-Lager seit der Rückkehr zur Demokratie 1990, als die Diktatur von Augusto Pinochet endete.

Pinera soll am 11. März vereidigt werden. Der 68-Jährige war bereits von 2010 bis 2014 Präsident des südamerikanischen Landes. Er will die Wirtschaft mit einem unternehmerfreundlichen Kurs anschieben. Chile ist der weltgrößte Kupfer-Exporteur. Pinera hat versprochen, den staatlichen Bergbaukonzern Codelco mit den nötigen Ressourcen auszustatten. Er versprach, die Steuern für Unternehmen zu senken und das Wirtschaftswachstum zu verdoppeln. Dem Magazin “Forbes” zufolge besitzt Pinera ein Vermögen von 2,7 Milliarden Dollar. Reich geworden ist er mit der Einführung von Kreditkarten in Chile in den 80er Jahren.

SCHWERE NIEDERLAGE FÜR MITTEL-LINKS-KANDIDATEN

Sein Konkurrent Guillier sprach von einer “herben Niederlage” und rief seine Anhänger auf, die Reformen der bisherigen Präsidentin Michelle Bachelet zu verteidigen. Zuletzt hatte es schon in Peru, Argentinien und Brasilien Wahlsiege von Konservativen gegeben.

Eine deutliche Abkehr vom chilenischen Modell der freien Marktwirtschaft war mit keinem der beiden Kandidaten zu erwarten gewesen. “Trotz unserer großen Differenzen gibt es auch viel Übereinstimmung zwischen uns”, sagte Pinera über seinen Konkurrenten, den früheren Fernsehmoderator und Senator. Im Wahlkampf beschrieb er aber dessen Politik als zu extrem für das Land, das für seine moderate Politik bekannt sei, und verglich ihn mit dem umstrittenen sozialistischen Präsidenten Venezuelas, Nicolas Maduro.

PINERA PUNKTET MIT ERFOLGEN AUS ERSTER AMTSZEIT

Pineras erste Amtszeit war von einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung gekennzeichnet, die vor allem durch den gestiegenen Kupferpreis angetrieben wurde. In Erinnerung blieb aus dieser Zeit die spektakuläre Rettung von 33 Bergleuten, die in einer Grube in der Atacama-Wüste eingeschlossen waren. Im Wahlkampf beschrieb Pinera seinen geschäftlichen Erfolg und seine erste Amtszeit als Beweis für seine Kompetenz, die ihn vom politisch relativ unerfahrenen Guillier unterscheide. Seine Präsidentschaft war aber auch durch Proteste von Schülern und Studenten geprägt, die eine tiefgreifende Reform des Bildungswesens forderten. Das gewaltsame Vorgehen dagegen wurde als unangemessen kritisiert.

Chile hat ein Präsidialsystem, in dem der Staatspräsident wie in den USA auch Chef der Regierung ist. Er kann mehrmals gewählt werden, aber nicht hintereinander.

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