February 28, 2019 / 6:39 AM / 20 days ago

Chinas Industrie unter Druck - Zollstreit schmälert Exporte

An offshore oil platform developed by the Dalian Shipbuilding Industry Company is seen under construction in Dalian, Liaoning province, China January 31, 2019. REUTERS/Stringer ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. CHINA OUT.

Peking (Reuters) - In China hat sich der Abschwung der Industrie beschleunigt.

Angesichts des Handelsstreits mit den USA gibt es so wenig Exportaufträge wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das zeigt der amtliche Einkaufsmanagerindex (PMI), den das Statistikamt am Donnerstag veröffentlichte. Er sank im Februar auf 49,2 (Januar: 49,5) Punkte und lag damit so niedrig wie zuletzt vor drei Jahren. Das Barometer fällt bereits seit Mai 2018 und liegt inzwischen den dritten Monat in Folge unter der Marke von 50 Zählern, ab der anziehende Geschäfte signalisiert werden.

“Wenn der Handelskrieg nicht tatsächlich in einen längeren Burgfrieden übergeht, dürfte die Abschwächung kein rasches Ende finden”, prognostizierte Ökonomin Iris Pang von der Bank ING. Die zwei weltgrößten Wirtschaftsmächte haben sich gegenseitig mit massiven Zöllen überzogen, was sich auch auf die globale Konjunktur niederschlägt. US-Präsident Donald Trump droht mit weiteren Zöllen, wenn beide Seiten sich nicht auf einen Deal einigen. Mittlerweile räumt er dazu aber mehr Zeit ein, weil es in den Verhandlungen aus seiner Sicht Fortschritte gibt.

Der Zwist belastet die Auslandsnachfrage chinesischer Firmen. So ging der PMI-Subindex für neuen Exportbestellungen auf 45,2 Punkte zurück. Das ist das tiefste Niveau seit zehn Jahren. Das Teilbarometer für die Beschäftigungssituation deutet auf einen verstärkten Stellenabbau der Industrieunternehmen hin. Das dürfte auch die Führung in Peking alarmieren, die größere Arbeitsplatzverluste im Zuge der Wirtschaftsabkühlung verhindern will und dazu mit verschiedenen Konjunkturhilfen gegensteuert. Die Maßnahmen tragen offenbar schon gewisse Früchte. So legten die Gesamtaufträge wieder zu, weil sich die Inlandsnachfrage erholte.

Die Exporte dürften Analysten zufolge weiter unter Druck stehen wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft. Ökonomen gehen davon aus, dass Chinas Wachstum in den ersten sechs Monaten 2019 zunächst weiter nachlassen wird, bevor es sich in der zweiten Jahreshälfte wieder stabilisiert. Dann nämlich dürften die Konjunkturstützen der Regierung mehr Wirkung entfalten, argumentieren die Experten.

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