May 7, 2020 / 7:18 AM / 22 days ago

Chinas Exporte steigen überraschend - Medizingüter gefragt

Cars for export wait to be loaded onto a cargo vessel at a port in Lianyungang, Jiangsu province, China November 9, 2019. REUTERS/Stringer ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. CHINA OUT.

Peking (Reuters) - Die chinesischen Exporte sind im April auch wegen der weltweit starken Nachfrage nach Medizingütern völlig unerwartet gestiegen.

Sie wuchsen inmitten der Corona-Pandemie um 3,5 Prozent zum Vorjahresmonat und damit erstmals überhaupt in diesem Jahr, wie die Zollbehörde am Donnerstag in Peking mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Einbruch um 15,7 Prozent gerechnet. Der Anstieg geht zum Teil auf die hohe Nachfrage nach medizinischen Geräten, traditioneller chinesischer Medizin und Textilien wie Masken zurück. Der tägliche Exportwert von medizinischen Gütern sei im vergangenen Monat um mehr als das Dreifache gestiegen, erklärte die Zollbehörde.

Ökonomen führen den überraschenden Anstieg der Exporte außerdem auf Fabrikschließungen in anderen Ländern infolge der Maßnahmen zur Eindämmung Corona-Krise zurück. Dadurch mussten diese Staaten mehr Waren in China einkaufen. In der Volksrepublik - wo die Pandemie begann - konnten viele Hersteller nach längeren Schließungen inzwischen ihre Fabriktore wieder öffnen.

Experten sehen aber noch keinen dauerhaften Aufschwung für den Exportweltmeister, da wichtige Handelspartner wie die USA und Europa in der Corona-Rezession versinken. “Angesichts der anhaltenden Schrumpfung der Exportaufträge im März und April glauben wir nicht, dass die Verbesserung nachhaltig ist”, äußerten die Analysten des Finanzhauses Nomura.

“BEDROHUNG NICHT IGNORIEREN”

Zudem droht US-Präsident Donald Trump mit neuen Strafzöllen. “Die Bedrohung durch zusätzliche US-Zölle auf chinesische Waren sollte nicht ignoriert werden”, betonte Volkswirt Julian Evans-Pritchard von Capital Economics. Trump sagte, er beobachte genau, ob China seinen Verpflichtungen aus der ersten Phase des Handelsabkommens nachkomme, mit dem sich die Volksrepublik zu mehr Käufen von US-Waren verpflichtet hatte. Unterhändler beider Länder wollen einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge in der nächsten Woche zum Stand der Umsetzung des Abkommens telefonieren.

Auch ein starker Rückgang der Importe deutet auf anhaltende Probleme hin. Diese brachen um 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein, was zugleich der größte Rückgang seit mehr als vier Jahren ist. Hier hatten Ökonomen nur mit einem Minus von 11,2 Prozent gerechnet.

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