September 17, 2018 / 7:47 AM / 3 months ago

China will USA im Fall neuer Zölle die Zähne zeigen

Chinese and U.S. flags are set up for a meeting during a visit by U.S. Secretary of Transportation Elaine Chao at China's Ministry of Transport in Beijing, China April 27, 2018. Picture taken April 27, 2018. REUTERS/Jason Lee

Peking/Washington (Reuters) - China und die USA drohen einander mit einer neuen Eskalationsstufe in ihrem erbitterten Handelsstreit.

Sollten die Vereinigten Staaten neue Zölle verhängen, werde man die nötige Antwort darauf geben, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking am Montag. Er äußerte sich damit zu Darstellungen von Insidern, nach denen US-Präsident Donald Trump in Kürze neue Zölle gegen China auf Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar verkünden könnte. Trump sieht die USA hingegen mit ihrer Zoll-Politik auf einem guten Weg. Über den Kurznachrichtendienst Twitter drohte er Handelspartnern: “Wenn Länder mit uns keine fairen Vereinbarungen abschließen, werden sie ‘bezollt’!” Zu den Leidtragenden einer neuen Zoll-Runde der USA und Chinas würden laut DIHK auch deutsche Firmen zählen.

Seit Anfang Juli haben sich die USA und China gegenseitig mit Straf- und Vergeltungszöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 100 Milliarden Dollar überzogen. Trump droht den Chinesen darüber hinaus seit einiger Zeit mit zusätzlichen Importzöllen. Zugleich haben die USA China aber zu neuen Gesprächen eingeladen, die um den 20. September herum beginnen sollen. Verhandlungen in Washington Mitte August hatten keine Annäherung gebracht. Im Falle neuer US-Zölle könnte die Führung in Peking der geplanten nächsten Verhandlungsrunde fernbleiben, berichtete das “Wall Street Journal” unter Berufung auf chinesische Regierungskreise. Man werde nicht “mit der Pistole auf der Brust” Gespräche führen. Berater der Regierung in Peking hätten zudem vorgeschlagen, durch gezielte Exporteinschränkungen für Bauteile und andere Güter die Lieferketten von US-Unternehmen zu treffen und so Druck auf die Trump-Regierung auszuüben. In US-Kreisen wurden dazu harte Gegenmaßnahmen ins Spiel gebracht.

Der andauernde Handelsstreit zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften drückte zu Wochenbeginn erneut die Börsen. Der Dax verlor bis zum Nachmittag fast einen halben Prozentpunkt. In Shanghai hatte die Börse auf dem tiefsten Stand seit fast vier Jahren geschlossen. Auch die Wall Street stand unter Druck.

TRUMP: IN EINER STARKEN VERHANDLUNGSPOSITION

Trump nahm für sich in Anspruch, mit seinen Importzöllen im Stahl- und Aluminiumbereich die amerikanische Stahlindustrie wieder in Schwung gebracht zu haben. Mit ihrer Zollpolitik hätten sich die USA in eine sehr starke Verhandlungsposition gebracht. Von dadurch ausgelösten Kostenerhöhungen will er nichts wissen. Er spricht auf Twitter vielmehr von Milliarden an Dollar, die ins Land flössen und Jobs, die neu geschaffen würden. Der US-Präsident wirft China seit langem unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China weist das zurück. Der Streit schürt Sorgen, dass es zu einem ausgewachsenen Handelskrieg mit schweren Folgen für die Weltwirtschaft kommen könnte.

Das neue Gesprächsangebot von US-Finanzminister Steve Mnuchin hatte zunächst Hoffnungen auf eine Entspannung in dem Konflikt geschürt. Doch Trump zeigte sich zuletzt unnachgiebig und will dem Insider zufolge seine Zolldrohung demnächst wahr machen. In China stieß das auf entschlossenen Willen zum Widerstand. “Es ist nicht neu, dass die USA versuchen, Spannungen zu eskalieren, um Vorteile am Verhandlungstisch zu erzielen”, schrieb die “Global Times”, die zum kommunistischen Parteiorgan “People’s Daily” gehört, am Montag in einem Leitartikel. “Wir freuen uns auf einen größeren Gegenangriff und werden den Schmerz in den USA weiter verstärken.”

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fürchtet Beeinträchtigungen auch für deutsche Firmen, sollte der Handelsstreit der USA mit China weiter eskalieren. “Der Streit zwischen China und den USA in der Handelspolitik erreicht schwindelerregende Höhen”, sagte DIHK-Aussenwirtschaftschef Volker Treier. Da komme auch die deutsche Wirtschaft nicht ungeschoren davon, denn viele hiesige Firmen hätten in den USA wie in China investiert.

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