May 8, 2019 / 8:54 AM / 16 days ago

China erleidet mitten im Zollstreit mit USA Exporteinbruch

Members of U.S. and China delegation lead by Chinese Vice Premier Liu He, U.S. Treasury Secretary Steven Mnuchin and U.S. Trade Representative Robert Lighthizer stand for a group photo session after their meeting at the Diaoyutai State Guesthouse in Beijing, China, May 1, 2019. Andy Wong/Pool via REUTERS

Peking (Reuters) - Inmitten des Handelsstreits mit den USA muss China einen unerwarteten Exporteinbruch verkraften.

Die Ausfuhren gingen im April binnen Jahresfrist um 2,7 Prozent zurück, wie die Zollbehörde der Volksrepublik am Mittwoch mitteilte. Experten hatten hingegen mit einem Anstieg um 2,3 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 14,2 Prozent im März. “Auf die chinesische Exportwirtschaft kommen Herausforderungen zu”, warnte das Analysehaus Capital Economics. Sollte US-Präsident Donald Trump seine Drohung mit neuen Zöllen auf chinesische Importe wahr machen, dürfte es China nach Berechungen der Experten zwei bis drei Prozentpunkte Exportwachstum kosten.

Der Konflikt zwischen den beiden Handelsmächten schwelt seit längerem und lastet auf der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten. China und die USA haben sich bereits gegenseitig mit hohen Strafzöllen überzogen. Ungeachtet der US-Ankündigung neuer Sonderzölle auf chinesische Importe demonstriert die Führung in Peking Gelassenheit. Die Volksrepublik habe “vollstes Vertrauen”, die Herausforderungen der Handelsgespräche mit den USA zu meistern, heißt es in einem Kommentar der Zeitung “Renmin Ribao” - dem Parteiorgan der Kommunistischen Partei. China habe in den Verhandlungen bislang immer Haltung bewahrt. Vize-Regierungschef Liu He soll am Donnerstag und Freitag an den Beratungen in den USA teilnehmen. Trump hatte damit gedroht, am Freitag US-Importzölle auf bestimmte chinesische Produkte auf 25 Prozent zu erhöhen.

NEUE EISZEIT IN DEN HANDELSBEZIEHUNGEN?

“Ob die Trump-Administration taktische Finten anwendet, um kurz vor einem Deal die Details zu verbessern, oder ob sich eine mehrjährige Eiszeit in den internationalen Handels-Beziehungen ankündigt, ist weiterhin offen”, sagte Ulrich Stephan, Anlagestratege bei der Deutschen Bank. Dem US-Präsidenten ist insbesondere das amerikanische Defizit im Handel mit der Volksrepublik ein Dorn im Auge, da die USA aus seiner Sicht dadurch jährlich 500 Milliarden Dollar verlieren. Die jüngsten Daten liefern der US-Seite neue Munition: Denn im April stieg der chinesische Überschuss im Handel mit den USA auf 21,01 Milliarden Dollar von 20,5 Milliarden im März. Insgesamt war der Handelsüberschuss für den Monat mit 13,84 Milliarden Dollar allerdings weit niedriger als erwartet. Das lag auch daran, dass die chinesischen Einfuhren aus dem Ausland im April zum Vorjahresmonat unerwartet stiegen und zwar um 4,0 Prozent.

Ökonom Tang Jianwei von der Bank of Communications in Shanghai sieht Peking bei den Verhandlungen in Washington in einer schlechten Ausgangsposition. Falls es zu einem Rückschlag bei den Gesprächen kommen sollte, dürfte dies die chinesische Wirtschaft in jedem Fall treffen. Wenn sich beide Seiten aber handelseinig werden sollten, werde die Volksrepublik ihre Importe aus den USA steigern müssen. Dies bedeute jedoch letztlich, dass der Handelsüberschuss schrumpfe und somit weniger zum Wirtschaftswachstum beitragen könne. Das Reich der Mitte kämpft bereits mit einer Konjunkturabkühlung: Die Regierung in Peking strebt für 2019 ein Wachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent an. Was für die meisten Industriestaaten ein traumhafter Wert wäre, markiert für das Schwellenland China das langsamste Wachstum seit rund drei Jahrzehnten.

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