January 20, 2020 / 6:18 AM / a month ago

Neue Lungenkrankheit breitet sich aus - Erster Fall in Südkorea

A woman wearing a mask walks past a quarantine notice about the outbreak of coronavirus in Wuhan, China at an arrival hall of Haneda airport in Tokyo, Japan, January 20, 2020. REUTERS/Kim Kyung-Hoon

Peking (Reuters) - In China breitet sich die neue Lungenkrankheit aus.

Die Behörden in Peking bestätigten am Montag zwei Fälle. Aus der Provinz Guangdong wurde ein Fall in Shenzhen gemeldet. Damit gab es erstmals Erkrankte außerhalb der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan, wo die Krankheit erstmals auftauchte. Dort sind inzwischen drei Menschen an der Lungenentzündung, die der neue Stamm des Coronavirus auslöst, gestorben. Erstmals wurde auch aus Südkorea ein Fall gemeldet. Eine Chinesin, die aus Wuhan kam, wurde mit dem Virus diagnostiziert. Damit gibt es vier Krankheitsfälle außerhalb Chinas.

Ab Freitag treten viele der 1,4 Milliarden Chinesen wegen Feierlichkeiten rund um das Neujahrsfest Reisen im In- und Ausland an. Es wird befürchtet, dass sich der Erreger dann noch weiter verbreiten könnte. Die USA und viele asiatische Länder untersuchen Reisende aus Wuhan bereits verstärkt auf Symptome wie Fieber. In Thailand wurden zwei Fälle der Krankheit gemeldet, in Japan einer. Auch hier hatten sich die Erkrankten vorher in Wuhan aufgehalten.

Die Behörden in Wuhan meldeten allein am Wochenende 139 neue Fälle, womit die Gesamtzahl auf über 200 stieg. Das neue Virus stammt aus derselben großen Familie von Coronaviren, zu der auch das Schwere Akute Atemwegssyndrom (Sars) gehört, an dem weltweit fast 800 Menschen während eines ebenfalls in China begonnenen Ausbruchs 2002/03 starben. Einige Experten der Georgetown University sagen, das neue Virus sei möglicherweise nicht so tödlich wie Sars. Allerdings ist über Ursprung und Verbreitungswege bislang noch wenig bekannt. Fachleute des Londoner Imperial College halten es für möglich, dass es wesentlich mehr Fälle gibt als bislang bekannt. Demnach sollen bis zum 12. Januar mehr als 1723 Fälle mit verwandten Symptomen in Wuhan aufgetreten sein.

Die chinesischen Behörden verstärkten ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Ausbreitung. Die Nationale Gesundheitskommission erklärte, Entwicklung und Veränderung der Krankheit aufmerksam zu verfolgen und die Umsetzung von Präventions- und Kontrollmaßnahmen zu leiten. Grund zur Panik gebe es nicht, der Ausbruch sei “beherrschbar”. Dennoch steigt unter der Bevölkerung die Verunsicherung. Die Krankheit war auf dem chinesischen sozialen Netzwerk Weibo eines der zentralen Themen. “Wie viele, die in Wuhan waren, sind sich nicht bewusst, dass sie sich möglicherweise angesteckt haben”, fragte beispielsweise ein Nutzer.

Auch am Aktienmarkt macht sich die Angst vor einer Ausbreitung der Krankheit bemerkbar. Anleger befürchten einen Einbruch im Tourismusgeschäft und verkauften deshalb Aktien wie die des Hoteliers BTG oder des Freizeitpark-Betreibers Songcheng. Stattdessen stiegen sie bei Pharmafirmen ein.

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