January 27, 2020 / 6:11 AM / 21 days ago

Zahl der Toten durch Coronavirus in China steigt auf 81

A worker in protective suit uses a thermometer to check the temperature of a man while he enters the Xizhimen subway station, as the country is hit by an outbreak of the new coronavirus, in Beijing, China January 27, 2020. REUTERS/Carlos Garcia Rawlins

Shanghai/Peking (Reuters) - Mit der Ausbreitung der Krankheitsfälle ist die Zahl der Toten durch das Coronavirus in China auf 81 gestiegen.

Bis Montag wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden 2744 Infizierte registriert. Die Regierung in Peking verlängerte die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest um drei weitere Tage bis zum 2. Februar, um die Ansteckungsgefahr zwischen Menschen zu verringern. Die Stadtregierung der Wirtschaftsmetropole Shanghai verhängte für private und öffentliche Unternehmen Zwangsurlaub bis zum 9. Februar, soweit es sich nicht um Versorger etwa mit Wasser und Strom oder medizinische Einrichtungen handele. An den Finanzmärkten wächst die Sorge vor einem Dämpfer für die Weltwirtschaft. Japans Börse verbuchte mit einem Rückgang um zwei Prozent den größten Tagesverlust seit fünf Monaten.

Der Großteil der Toten entfällt mit 76 auf die Provinz Hubei mit der Millionenstadt Wuhan, wo das Virus erstmals aufgetreten war. Auch etwa die Hälfte der Infizierten wurde in Hubei verzeichnet. Hongkong mit acht bestätigten Infizierten verhängte eine Einreisesperre für Reisende, die in den vergangenen zwei Wochen Hubei besucht haben. Für Einwohner der einstigen britischen Kronkolonie gilt dies nicht. Auch die Sonderverwaltungszone Macau mit seinen zahlreichen Casinos und Einkaufszentren verhängte ähnliche Reisebeschränkungen.

In China ist in zahlreichen Städten die Bewegungsfreiheit drastisch eingeschränkt. Wuhan ist praktisch abgeriegelt. In der Metropole mit elf Millionen Einwohnern wurde am Montag auch der Visum- und Ausweisdienst bis Donnerstag ausgesetzt. In sozialen Medien verbreitete Bilder aus Wuhan zeigen überfüllte Krankenhausflure. Zudem häuften sich Klagen über drastisch steigende Preise für Grundnahrungsmittel wie Gemüse. Chinas Finanzministerium und die Gesundheitsbehörde stellen im Kampf gegen die Virus-Ausbreitung knapp acht Milliarden Euro bereit.

CORONAVIRUS-FÄLLE IN ÜBER ZEHN LÄNDERN

Außerhalb Chinas wurden nur wenige Coronavirus-Infektionen in über zehn Ländern bestätigt. Sie standen im Zusammenhang mit Personen, die aus Wuhan eingereist waren. In Deutschland erwiesen sich bisherige Verdachtsfälle als harmlos. Deutsche Firmen mit Niederlassungen in Wuhan rieten ihren Beschäftigten, Reisen nach Wuhan bis auf weiteres zu verschieben. Eine Sprecherin der Metro AG sagte zudem, in den vier Märkten in Wuhan seien spezielle Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden ergriffen worden, wie etwa die Bereitstellung von Mundschutz und die Einrichtung von Körpertemperatur-Kontrollpunkten.

Auch an den Börsen in Europa zeigte das Coronavirus Wirkung. In der Erwartung sinkender Nachfrage aus China zogen sich Anleger bei Anbietern von Luxusgütern wie Hugo Boss und Christian Dior zurück. Auch Luftfahrt- und Touristikwerte verloren deutlich, darunter die Lufthansa mit einem zeitweisen Minus von bis zu sechs Prozent. Gold als vermeintlich sichere Krisenwährung legte dagegen zu und war so teuer wie zuletzt während der USA/Iran-Krise vor drei Wochen.

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