January 30, 2020 / 10:49 AM / 25 days ago

Neues Coronavirus erreicht immer mehr Länder - Totenzahl steigt

Members of the Thai Airways crew disinfect the cabin of an aircraft of the national carrier during a procedure to prevent the spread of the coronavirus at Bangkok's Suvarnabhumi International Airport, Thailand, January 28. The WHO said its Emergency Committee would reconvene behind closed doors on January 30 to decide whether the rapid spread of the new virus from China now constitutes a global emergency. "In the last few days the progress of the virus especially in some countries, especially human-to-human transmission, worries us," WHO chief Tedros Adhanom Ghebreyesus told a news conference in Geneva, naming Germany, Vietnam and Japan. REUTERS/Athit Perawongmetha

Peking/Berlin (Reuters) - Das neue Coronavirus breitet sich auf immer mehr Länder der Welt aus.

Am Donnerstag meldeten auch Indien und Tibet erste Fälle von Erkrankungen, womit das Virus inzwischen neben China mindestens 15 weitere Staaten erreicht hat - darunter auch Deutschland. Mehrere Länder intensivierten ihre Bemühungen, ihre Staatsbürger aus der chinesischen Millionen-Metropole Wuhan auszufliegen, die als Ursprungsort des Virus gilt. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle stieg binnen Tagesfrist bis Mittwochabend von 133 auf 170 an - allesamt in China. Die Zahl der Infizierten kletterte von knapp 6000 auf 7711 - ebenfalls zumeist in China. In Deutschland sind bislang vier Infektionen in Bayern bestätigt. Zudem gibt es mehrere Verdachtsfälle in anderen Bundesländern. Die Weltgesundheitsbehörde WHO wollte noch im Tagesverlauf erneut beraten, ob sie einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausrufen soll.

Die Maßnahmen Chinas zur Eindämmung des Virus sind indes nach Angaben der nationalen Luftfahrt-Aufsicht erfolgreich. Dies zeige sich an der geringen Zahl von Erkrankten, die aus dem Ausland gemeldet würden, sagte Zhu Tao, Direktor der Behörde.

In den USA flogen am Mittwoch 195 US-Staatsbürger aus Wuhan, vorwiegend US-Diplomaten und deren Familien. Diese stehen nun für 72 Stunden unter freiwilliger Quarantäne. Nach offiziellen Angaben zeigt keine dieser US-Bürger Symptome. Anders gehen Australien, Südkorea, Singapur, Neuseeland und Indonesien vor. Dort sind die Zurückgeholten zu mindestens zwei Wochen Quarantäne verpflichtet - unabhängig davon, ob sie Krankheitssymptome zeigen oder nicht. Das Virus hat eine Inkubationszeit - also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen - zwischen einem und 14 Tagen. Australien will seine ausgeflogenen Bürger zunächst auf die 2800 Kilometer vor der Küste liegende Insel Christmas Island bringen. In Südkorea gab es Proteste: dort forderten Bürger, Quarantäne-Zentren weiter von Wohngebieten entfernt als bislang geplant einzurichten.

Die Bundesregierung plant für die nächsten Tage einen Sonderflug der Luftwaffe, um Deutsche aus der Region Wuhan zurückzubringen. Momentan gebe es aber noch keine Lande-Genehmigung chinesischer Behörden, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag laut “Bild”. Die Ausgeflogenen sollen dann zunächst nach Frankfurt gebracht werden. “Frankfurt hat die entsprechenden Kapazitäten und ist gut vorbereitet. Wir wollen in der Nähe des Flughafens eine zentrale Unterbringung sicherstellen”, so Spahn.

Der Notfallausschuss der WHO sollte am Donnerstag in Genf hinter verschlossenen Türen beraten. Das Team aus 16 Experten hatte sich bislang zweimal dagegen entschieden, wegen des Virus einen internationalen Notfall zu erklären. Damit wären schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs verbunden. Laut WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus bereite der UN-Behörde vor allem die Verbreitung des Virus von Mensch zu Mensch in einigen Ländern wie Deutschland Sorge.

Nach zwei Tagen mit anziehenden Kursen wuchs auch an den Börsen in Europa wieder die Unsicherheit wegen der Virus-Folgen: Die Kurse gaben nach. Mit der steigenden Zahl von Infektionen kämen nun Sorgen zurück, die gerade erst begonnene Konjunkturerholung könnte durch den Ausbruch einer länger andauernden Epidemie im Keim erstickt werden, sagte ein Finanzmarkt-Experte. Bereits am Montag waren die Börsen wegen der Furcht vor möglicherweise deutlichen Folgen für die Weltwirtschaft stark unter Druck geraten.

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