February 3, 2020 / 8:48 AM / 25 days ago

Über 360 Tote durch Coronavirus - WHO rät zu Augenmaß

Medical officers spray Indonesian nationals with antiseptic after they arrived from Wuhan, China, center of the coronavirus epidemic, before transferring them to be quarantined, at Hang Nadim Airport in Batam, Indonesia. Antara Foto/via REUTERS

- von Kevin Yao und Lusha Zhang und Ryan Woo

Peking/Shanghai (Reuters) - Trotz einer steigenden Zahl von Todesfällen und Infektionen rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Augenmaß im Kampf gegen das Coronavirus.

Es gebe keinen Anlass für Maßnahmen, die “unnötig den internationalen Verkehr und Handel beeinträchtigen”, sagte am Montag WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, der sich damit gegen Einreiseverbote wandte. China warf den USA vor, mit einem Einreisestopp für alle Reisenden vom chinesischen Festland und einem Teilabzug seines Botschaftspersonals Panik zu schüren. Bis Sonntag wurden 361 Tote und über 17.200 Infizierte gezählt. Die Gesundheitsminister der G7-Industriestaaten wollten am Nachmittag per Telefon über ein gemeinsames Vorgehen beraten.

Die WHO rief alle Länder auf, stichhaltige und konsequente Entscheidungen zu treffen. Außerhalb Chinas seien mittlerweile 151 Coronavirus-Fälle in 23 Ländern gemeldet worden. Die in Deutschland unverändert bekannten zehn Infizierten sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums “alle weitgehend symptomfrei oder symptomarm”. Ein Sprecher sagte: “Wir können aktuell nicht von einem größeren Ausbruch ausgehen.”

CHINA ZUNEHMEND ABGESCHOTTET

Chinas Präsident Xi Jinping will dem Kampf gegen das Virus absolute Priorität einräumen. Das sei die wichtigste Aufgabe, zitierten staatliche Medien Xi. Er werde auch die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen das Virus vorantreiben. Die Führung der Volksrepublik werde die Auswirkungen der Epidemie auf die Wirtschaft genau beobachten, berichteten die Medien weiter. Der Konsum werde stabilisiert, der Start neuer Investitionsprojekte beschleunigt. Am Montag stiegen die Börsen in China mit massiven Kursverlusten nach dem verlängerten Neujahrsfest erstmals wieder in den Handel ein. Mehr als 400 Milliarden Dollar Aktienwert wurden vernichtet.

China warf einigen Ländern vor, im Zusammenhang mit dem Coronavirus überzureagieren. Das gelte vor allem für die USA, erklärte das Außenministerium in Peking. Die Regierung in Washington habe China keine substanzielle Hilfe angeboten, sondern vielmehr ununterbrochen Panik verbreitet.

Der erste Todesfall durch das Coronavirus außerhalb Chinas wurde am Sonntag von den Philippinen gemeldet. In Wuhan, wo der Erreger seinen Ursprung hat und die meisten Fälle bekannt sind, wurde die erste von zwei neuen Isolierungskliniken nach nur acht Tagen Bau fertiggestellt. Ein zweites solches Krankenhaus soll am Mittwoch eröffnet werden. Die Millionenstadt sowie andere chinesische Metropolen sind praktisch abgeriegelt.

Auch von außen wird China zunehmend abgeschottet. So setzte Russland nach der Beschränkung von Direktflügen auch den Personen-Zugverkehr zwischen den Nachbarländern aus. Die USA kündigten weitere Flüge an, um US-Bürger zurückzuholen. Die Finanzmetropole Hongkong riegelte weitere Grenzübergänge zum chinesischen Festland ab. Zehn von 13 Grenzübergängen würden geschlossen, teilte Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam mit. Japan ist bemüht, Auswirkungen der Epidemie auf die im Juli in Tokio beginnenden Olympischen Spiele zu verhindern.

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