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Weltnachrichten

Neue Virus-Zahlen ersticken Hoffnung auf baldiges Epidemie-Ende

An employee works on a production line manufacturing protective suits at a medical supply factory in Xinzhou district of Wuhan, the epicentre of the novel coronavirus outbreak, in Hubei province, China February 12, 2020. Picture take February 12, 2020. China Daily via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. CHINA OUT.

Peking (Reuters) - Die Zahl der Todesfälle und Neuinfektionen durch das Coronavirus ist in China sprunghaft gestiegen.

Am Mittwoch seien alleine in der Provinz Hubei, die das Epizentrum der Epidemie ist, 242 Menschen gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Insgesamt wurden in China 254 Todesfälle gemeldet. Nie zuvor gab es für einen einzigen Tag höhere Zahlen. Zudem wurden in Hubei 14.840 neue Krankheitsfälle registriert, am Dienstag waren es gerade einmal 1638. Hier dürfte der Grund für den beispiellos rasanten Anstieg sein, dass die Behörden ihre Methoden zur Erfassung der Fälle überarbeitet haben. Die zuletzt aufgekommene Hoffnung, der Kampf gegen das erstmals im Dezember erkannte Virus könnte bald gewonnen sein, erlitt damit einen herben Dämpfer. In Brüssel wollen die EU-Gesundheitsminister im Tagesverlauf über die Lage beraten.

Die Behörden in Hubei legten den Unternehmen nahe, den Zwangsurlaub zu verlängern und nicht vor dem 20. Februar ihren Betrieb wiederaufzunehmen. In Hongkong sollen die Schulen bis Mitte März geschlossen bleiben. Staatliche Medien meldeten nach wachsender Kritik in der Öffentlichkeit am Krisenmanagement der Behörden, dass zwei Spitzenvertreter der Kommunistischen Partei in Hubei von ihren Posten enthoben worden seien. Auch an den Börsen in Asien und in Europa wuchsen nach den jüngsten Hoffnungen auf eine Entspannung die Sorgen wieder. Sie reagierten mit Abschlägen.

In Barcelona wurde die für den 24. bis 27. Februar weltgrößte Mobilfunkmesse MWC vorsorglich abgesagt. Mehrere Branchenschwergewichte wie die Deutsche Telekom, Vodafone, die britische BT und der finnische Netzwerkausrüster Nokia hatten im Vorfeld erklärt, der Messe fernzubleiben. Auch Konzerne aus den USA und Japan hatten bereits angekündigt, auf eine Teilnahme zu verzichten. Chinesische Firmen wie Huawei wollten dagegen anreisen.

Insgesamt sind in ganz Festland-China nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission bislang 1367 Menschen an der Krankheit gestorben, die meisten davon in Hubei. Rund 60.000 Menschen haben sich infiziert. Der am Donnerstag gemeldete rasante Anstieg erklärt sich nach Auffassung von Gesundheitsexperten wohl darin, dass die Behörden weitere Untersuchungsmethoden bei der Erstellung ihrer Statistik berücksichtigen. So werden nun auch Fälle als bestätigt erfasst, die mittels eines Computertomografie-Lungenscans erkannt werden. Die Dunkelziffer könnte womöglich noch viel höher liegen. Noch wird die CT-Diagnosemethode außerhalb Hubeis in anderen chinesischen Provinzen nicht angewendet, wie eine Sprecherin der Gesundheitskommission von Shanghai sagte.

Auch in mehreren Ländern gibt es Krankheitsfälle, darunter auch 16 Fälle in Deutschland.

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