March 2, 2020 / 6:29 AM / a month ago

Virus lässt Chinas Industrie einbrechen - deutsche nicht

A worker wearing a face mask works on a production line manufacturing cables at a factory in Guiyang, Guizhou province, China February 25, 2020. Picture taken February 25, 2020. China Daily via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. CHINA OUT.

Peking (Reuters) - Das Coronavirus zwingt die Industrie von Exportweltmeister China in die Knie.

Produktion, Aufträge und Beschäftigtenzahl fielen im Februar so stark wie noch nie seit Beginn der monatlichen Umfrage vor rund 16 Jahren, wie die Mediengruppe Caixin und das Institut IHS Markit am Montag mitteilten. Der Einkaufsmanagerindex brach dadurch um 10,8 auf 40,3 Punkte ein. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 45,7 erwartet. Erst ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum. “Der starke Rückgang ist auf die stagnierende Wirtschaftstätigkeit im ganzen Land zurückzuführen, die durch die Coronavirus-Epidemie verursacht wurde”, sagte Chefökonom Zhengsheng Zhong von Caixin.

Experten gehen aber davon aus, dass die chinesische Industrie im März wieder Fuß fasst. “Harte Daten wie der tägliche Kohleverbrauch deuten weiter darauf hin, dass Unternehmen ihre Produktion wieder aufnehmen und die chinesische Wirtschaft sich allmählich erholt”, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Die Zahl der Neuinfektionen in der Volksrepublik ist zuletzt merklich gesunken, ebenso die der Toten.

“DEUTSCHLAND HAT SICH STABILISIERT”

Der Coronavirus-Ausbruch hat der deutschen Industrie im Februar noch keinen größeren Schaden zugefügt. Der Einkaufsmanagerindex stieg sogar überraschend stark um 2,7 auf 48,0 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 400 Unternehmen mitteilte. “Ungeachtet der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie in China auf Exporte und Lieferketten konnte sich Deutschlands Industriesektor im Februar weiter stabilisieren”, sagte Markit-Experte Phil Smith, der erste Anzeichen einer anziehenden Binnennachfrage erkannte. Sollten sich die Beeinträchtigungen in China allerdings fortsetzen und auf andere Volkswirtschaften übergreifen, könnten weitere Störungen auftreten und sich der Produktionsrückgang wieder beschleunigen. “Insofern besteht die Möglichkeit, dass sich die eigentlich positiven Daten vom Februar als falscher Hoffnungsschimmer herausstellen”, sagte der Experte.

Auch in der Euro-Zone kletterte das Barometer, und zwar um 1,3 auf 49,2 Punkte. “Die Sorge besteht, dass die Coronavirus-bedingten Lieferverzögerungen in den nächsten Monaten die Produktion bremsen könnten”, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson dazu.

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