March 22, 2018 / 9:46 AM / 4 months ago

Chinas Notenbank zieht nach US-Zinserhöhung geldpolitisch nach

Shanghai (Reuters) - Nach der Zinserhöhung in den USA zieht auch China die geldpolitischen Zügel etwas an.

Zhou Xiaochuan, governor of the People's Bank of China (PBOC), arrives for the official photo at the G20 Meeting of Finance Ministers in Buenos Aires, Argentina, March 19, 2018. REUTERS/Marcos Brindicci

Die Notenbank PBOC erhöhte den Schlüsselsatz für sogenannte Reverse-Repo-Geschäfte am Donnerstag auf 2,55 Prozent von bislang 2,50 Prozent. Diese dienen dazu, die Liquidität im Bankensystem zu kontrollieren. Der Devisenexperte Ken Cheung von der Mizuho Bank in Hongkong sagte, es handele sich wohl um einen eher symbolischen Schritt. Damit solle verhindert werden, dass die Zinskluft zwischen den USA und der Volksrepublik zu groß werde. Bereits nach geldpolitischen Straffungen in Washington im März und Dezember 2017 hatte die PBOC die Zügel etwas angezogen.

Laut Insidern verteuerte die People’s Bank of China nun auch eine spezielle Kreditlinie für die Geldinstitute - im Fachjargon SLF genannt. Für über Nacht benötigte Liquiditätsspritzen müssen diese künftig 3,40 Prozent Zinsen statt bisher 3,35 Prozent berappen. Die US-Notenbank Fed hatte auf der ersten Sitzung unter Regie ihres neuen Präsidenten Jerome Powell den Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt hochgesetzt. Er liegt nun in einer Spanne von 1,5 Prozent bis 1,75 Prozent. Die Währungshüter signalisierten zugleich, den Leitzins in diesem Jahr noch zweimal anheben zu wollen.

Mit der Zinserhöhung in den USA wird es für Anleger zusehends attraktiver, ihr Geld in der größten Volkswirtschaft der Welt anzulegen. Zugleich müssen Schwellenländer wie China damit rechnen, dass Kapital abgezogen wird. Das Finanzhaus Capital Economics geht davon aus, dass die Notenbank in Peking mit ihren Beschlüssen dieser Tendenzen entgegenwirken möchte. Doch könnten die Währungshüter im weiteren Jahresverlauf auch wieder zu einer lockeren Linie überwechseln, wenn sich die Konjunktur stärker abkühlen sollte.

“Doch die Luft für besonders stark extern sowie in Dollar verschuldete Länder und Unternehmen wird dünner”, sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Die Dollarverschuldung der Schwellen- und Entwicklungsländer sei in Summe aber tragfähiger als in früheren Phasen steigender US-Zinsen.

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