November 5, 2019 / 6:46 AM / 7 days ago

China bahnt erneute Senkung des Schlüssel-Zinses an

A woman walks past the headquarters of the People's Bank of China (PBOC), the central bank, in Beijing, China September 28, 2018. REUTERS/Jason Lee

Shanghai (Reuters) - Angesichts der mauen Konjunktur hat Chinas Zentralbank eine weitere Schlüsselzins-Senkung angebahnt.

Der Satz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLF) wurde auf 3,25 von zuvor 3,30 Prozent gekappt, wie die Notenbank PBOC am Dienstag in Peking bekanntgab. Sie hat damit die Weichen dafür gestellt, dass in einigen Wochen der neue Referenzzins LPR (loan prime rate) den dritten Monat in Folge sinken könnte. Dieser liegt derzeit bei 4,20 Prozent, ist an den MLF gekoppelt und wird am 20. jeden Monats festgelegt. Eine Senkung würde die Kreditkosten für Firmen und Verbraucher verringern und könnte der abflauenden Wirtschaft so neuen Schub verleihen.

China hatte im August eine weitreichende Zinsreform verkündet. Damit will sie unter anderem erreichen, dass die Finanzinstitute ihren Kunden den LPR gewähren, der tendenziell niedriger ist als der klassische Leitzins, zu dem sich die Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen können.

Auch wenn der jetzige Zinsschritt beim MLF “winzig” gewesen sei, habe die PBOC den Märkten damit signalisiert, dass sie das Wachstum weiter stützen werde, sagte Commerzbank-Ökonom Hao Zhou in Singapur. Analysten verweisen darauf, dass zuletzt wegen der erhöhten Inflation die Sorge unter Investoren gewachsen sei, dass der Staat sich mit Konjunkturstützen zurückhalten könnte. Dabei wächst Chinas Wirtschaft so langsam wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Der Volksrepublik macht der Handelskonflikt mit den USA zu schaffen, aber auch die schwächere Nachfrage nach ihren Exportprodukten in anderen Regionen.

GEDÄMPFTES GESCHÄFTSVERTRAUEN

In der Dienstleistungsbranche des Riesenreichs hat sich einer Umfrage zufolge im Oktober das Wachstumstempo weiter verlangsamt. Das entsprechende Barometer, der Caixin/Markit-Index, fiel auf 51,1 von 51,3 im September. Er liegt damit zwar immer noch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, aber zugleich auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten.

Die Erwartungen in Bezug auf den Jahresausblick für die Geschäftstätigkeit fielen auf den niedrigsten Stand seit Juli 2018, wie die Umfragewerte zeigten. Dies deute auf ein gedämpftes Geschäftsvertrauen inmitten schwieriger Marktbedingungen hin, sagte Zhong Zhengsheng, Direktor für makroökonomische Analysen bei CEBM.

Der Dienstleistungssektor macht mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung in der Volksrepublik aus. Er ist für die Führung in Peking von besonderer Bedeutung, um die Schwäche bei der Industrie auszugleichen, die den Handelsstreit mit den USA besonders zu spüren bekommt.

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