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Unternehmensnachrichten

Bahn-Chef kündigt Weiterbau von Stuttgart 21 an

Protesters carry a sculpture in front of Berlin's main train station during a demonstration rally against the demolition of the historical Stuttgart train station, which is to be destroyed to make way for the Stuttgart 21 underground railway station, October 26, 2010. REUTERS/Tobias Schwarz

Berlin (Reuters) - Nach dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg will die Deutsche Bahn die Bauarbeiten für das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 fortsetzen.

Die Bahn habe bereits guten Willen gezeigt, indem sie die Arbeiten seit der Landtagswahl Ende März bis zur Regierungsbildung am vergangenen Donnerstag habe ruhen lassen, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube in einem am Wochenende veröffentlichten Interview des Magazins “Focus”. “Das kann nicht ewig so bleiben.” Einen genauen Termin zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten nannte er zwar nicht, warnte jedoch gleichzeitig, dass jeder Monat Bauverzögerung die Bahn mindestens zehn bis 15 Millionen Euro koste.

Grube drohte der neuen grün-roten Landesregierung mit Regressforderungen über 100 Millionen Euro, falls sie die Arbeiten bis zur geplanten Volksabstimmung im Oktober verzögert. Das Projekt sei grundsätzlich unabhängig von der Regierung, betonte Grube. “Wir haben keinen Vertrag mit einer Landesregierung geschlossen, sondern wir haben einen Vertrag mit dem Land Baden-Württemberg.” Bahn, Bund, Land, Stadt und Region seien als Projektträger zu dem Bau des Bahnhofs vertraglich verpflichtet. “Die Deutsche Bahn will und muss Stuttgart 21 bauen”, sagte Grube.

Grüne und SPD hatten den Streit über die Verlegung des Stuttgarter Bahnhofs in ihrem Koalitionsvertrag nicht endgültig beendet. Die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann lehnen das Projekt ab, das zu massiven Bürgerprotesten geführt hat. Die SPD befürwortet es dagegen. Die Entscheidung soll nun eine Volksbefragung im Oktober bringen. Kritiker des Projekts hoffen, dass bereits vorher das im Sommer erwartete Ergebnis eines Stresstests für den neuen Bahnhof Kostensteigerungen und somit das wirtschaftliche Aus für das Bauprojekt mit sich bringt.

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