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Unternehmensnachrichten

Betrugsvorwürfe gegen Solar-Millennium-Aufsichtsrat

Düsseldorf (Reuters) - Nach dem Verdacht des Insiderhandels wird der Firmengründer und Aufsichtsrat des Kraftwerksentwicklers Solar Millennium nun auch des Betrugs beschuldigt.

Hannes Kuhn und zwei weitere Personen seien von der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen Betrugs im besonders schweren Fall angeklagt, sagte eine Richterin des Landgerichts am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung”. Ihnen werde vorgeworfen, Kapitalanleger zwischen 2002 und 2006 mit zu günstigen Bilanzen der inzwischen insolventen DM Beteiligungen AG geworben zu haben. Es seien Inhaberschuldverschreibungen über 143 Millionen Euro von rund 9000 Anlegern gezeichnet worden. Bei der Insolvenz im Jahr 2006 hätten 90 Millionen Euro gefehlt, erklärte die Richterin. Die Kammer des Düsseldorfer Landgerichtes werde nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

Kuhn erklärte in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen: “Die in dem seit 2007 laufenden Verfahren der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen mich vorgebrachten Vorwürfe entbehren jeder Grundlage.” Der Solar-Millennium-Aufsichtsrat kommentierte, dem Kontrollgremium seien die Ermittlungen gegen Kuhn “im Detail” bekannt.

Bereits vergangene Woche hatte die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) Kuhn wegen des Verdachts auf Insiderhandel ins Visier genommen. Bei den Ermittlungen steht ein Aktienkauf Kuhns im Mittelpunkt. Die Untersuchungen stünden im Zusammenhang mit der Ende 2009 veröffentlichten Mitteilung von Solar Millennium über die Berufung von Utz Claassen als neuen Firmenchef. Dabei soll Kuhn vor der offiziellen Ernennung Claassens Unternehmensaktien erworben haben. Ende 2009 hatte Solar Millennium mit der Verpflichtung des ehemaligen EnBW-Chefs an der Börse für ein Kursfeuerwerk gesorgt; die Aktie legte um bis zu 50 Prozent zu. Ein Sprecher des Kontrollgremiums erklärte zu den Vorwürfen, Claassen habe ein umfangreiches Aktienpaket als Teil seiner Vergütung gefordert. “Zu keinem anderen Zweck sind in diesem Zusammenhang Aktiengeschäfte getätigt worden.”

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