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Unternehmensnachrichten

ARD und ZDF kündigen Verträge mit Kabelnetzbetreibern

Frankfurt (Reuters) - ARD und ZDF steigen aus den Einspeiseverträgen mit den großen Kabelnetzbetreibern aus.

Die Kontrakte, die die Einspeisung der Programme bei Kabel Deutschland sowie Unitymedia und KabelBW regeln, seien fristgerecht zum 31. Dezember 2012 gekündigt worden, teilte die ARD am Montag mit. Das ZDF schloss sich dem an. Die öffentlich-rechtlichen Sendergruppen wollen kein Geld mehr dafür zahlen, dass die hochprofitablen Kabelnetzbetreiber ihre TV-Programme weiterverbreiten - insgesamt kostet das 60 Millionen Euro pro Jahr. “Es ist nicht mehr zu rechtfertigen, dass Gebühren an Unternehmen gezahlt werden, die mit der Vermarktung unserer Programme gutes Geld verdienen”, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut.

Kabelkunden müssen nun aber nicht fürchten, dass ARD und ZDF sowie Arte von der Mattscheibe verschwinden. “Wir hoffen, auf dem Verhandlungswege eine Lösung erreichen”, sagte eine Sprecherin von Kabel Deutschland. Manager des Branchenführers hatten Mitte des Monats gesagt, dass die Gespräche sich hinziehen könnten - notfalls auch bis zum Silvesterabend. Der Münchner Konzern kassiert von ARD und ZDF für die Einspeisung jährlich 27 Millionen Euro.

Überraschend kommt die Kündigung der beiden TV-Gruppen nicht. Die Sender erklärten bereits Anfang des Jahres, dass sie sich die Einspeiseentgelte sparen wollen. Ziel ist, die Fernsehgebühren ab 2013 für drei Jahre stabil bei 18 Euro zu halten. Mit der Gebühren-Absage von ARD und ZDF steht für die Kabel-Unternehmen ein besonderes Geschäftsmodell auf dem Spiel. Anders als im Ausland kassieren sie für die TV-Programme doppelt ab: Alle Fernsehstationen, also auch RTL, ProSieben und Sky zahlen dafür, dass ihre Filme und Shows bei den Zuschauern ankommen. Gleichzeitig müssen die Kabelfernseh-Abonnenten für den Empfang eine Monatsgebühr berappen. Ursprünglich wurde das Modell gewählt, um den Aufbau des Kabelnetzes vor Jahrzehnten durch die Bundespost zu beschleunigen. Die Kabelnetzbetreiber verteidigen die Doppel-Zahlung mit dem Argument, dass sie hohe Summen in das Netz investieren müssten - und dennoch die Kabelgebühr für die Bundesbürger niedrig halten wollten. Kabel Deutschland versorgt in 13 Bundesländern 8,7 Millionen Kunden mit Fernsehen. Die zum Liberty-Global-Konzern gehörenden Rivalen Unitymedia und Kabel BW sind in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg aktiv.

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