for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Unternehmensnachrichten

Studie: Gestiegener Spritpreis schreckt Autokäufer nicht ab

Hamburg (Reuters) - Allem Umweltschutz und den Rekordpreisen an den Tankstellen zum Trotz: Die Neuwagenkäufer in Deutschland lassen sich weiter durch besonders leistungsstarke Fahrzeuge begeistern.

In den ersten sieben Monaten wurde einer Studie zufolge mit durchschnittlich 138 PS ein Höchstwert bei neuangemeldeten Wagen erreicht. “Soviel PS haben sich die deutschen Neuwagen-Käufer noch nie unter die Haube gepackt”, fasste Studienautor Ferdinand Dudenhöffer die Ergebnisse der Untersuchung am Dienstag zusammen.

Den Berechungen von Dudenhöffers CAR-Center an der Uni Duisburg-Essen zufolge wird der Anstieg bei der Leistung durch einen höheren Diesel-Anteil bei den Neuzulassungen getrieben. Das liegt daran, dass zurzeit vor allem Firmenfahrzeuge gefragt sind, während sich Privatkäufer beim Neuwagenkauf zurückhalten. Autos mit Dieselmotor kommen der Studie zufolge im Schnitt auf 154 PS. Der Kraftstoff sei besonders bei sportlichen Geländefahrzeugen beliebt, die es zunehmend auch als kleinere Kompaktwagen gibt. Der Diesel-Anteil war im Juli laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) binnen Jahresfrist um einen halben Prozentpunkt auf 49,1 Prozent geklettert.

OPEL HÄNGT VW BEI PS AB

Auch bei Klein- und Kompaktwagen stiegen der Studie zufolge die PS-Zahlen in den vergangenen fünf Jahren. Am stärksten unter den Massenherstellern habe die General-Motors-Tochter Opel die Leistung ihrer Autos nach oben geschraubt. Mit einem Durchschnittswert von 126 Pferdestärken liege die Rüsselsheimer Marke bei Neuwagen mittlerweile vor Volkswagen mit durchschnittlich 124 PS. Lediglich die beiden japanischen Marken Toyota und Honda beteiligten sich nicht an dem PS-Rennen.

Dudenhöffer hob in seiner Studie hervor, dass mehr Leistung nicht automatisch zu größerem Spritverbrauch führe, da viele Fahrzeuge inzwischen mit moderner Einspritztechnik und Start-Stopp-Funktion ausgerüstet sind. “Aber mit mehr PS fährt man eben auch sportlicher, und die Sportlichkeit kostet Treibstoff”, argumentierte der Autoprofessor. Die Entwicklung zeige, wie wichtig die Auflagen der EU-Kommission zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes der Neuwagenflotte seien. “Am stärksten würde ein Tempolimit auf den Autobahnen wirken”, fügte Dudenhöffer hinzu. Er riet den Herstellern, stärker auf Elektroautos zu setzen, um einen Gegentrend einzuleiten.

Spitzenreiter unter den Marken mit besonders hoher Leistung ist der inzwischen zu Volkswagen gehörende Sportwagenbauer Porsche mit durchschnittlich 323 PS pro Fahrzeug, gefolgt von Jaguar mit 281 PS und Land Rover mit 216 PS. Außer der Toyota-Luxusmarke Lexus und der Fiat-Tochter Alfa Romeo hätten alle Premiumanbieter in den vergangenen Jahren die Leistung erhöht. Der Benzinpreis war zu Wochenanfang auf einen Rekordstand geklettert.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up