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Unternehmensnachrichten

United Internet erhöht bei Versatel auf Sperrminorität

Düsseldorf (Reuters) - Nach dem Scheitern der Übernahmeverhandlungen mit Freenet nimmt United Internet nun verstärkt den Netzbetreiber Versatelins Visier.

Knapp zwei Monate nach dem Einstieg bei Versatel stockte die Nummer zwei der deutschen DSL-Branche nach der Deutschen Telekom ihre Beteiligung um fünf Prozent auf eine Sperrminorität von 25 Prozent auf, wie United Internet am Montag mitteilte. Eine weitere Erhöhung behält sich der Vorstand vor. “Wir wollen beim Konsolidierungsprozess in der Branche eine aktive Rolle einnehmen”, sagte ein Firmensprecher.

United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hatte noch im Dezember den Kurs der Versatel-Aktie als zu hoch bezeichnet un deshalb eine Übernahmeabsicht verneint. Im Schnitt hat United Internet für die Versatel-Aktien je 16,28 Euro gezahlt, insgesamt knapp 180 Millionen Euro. Der Kaufpreis ließ die Aktien von Versatel am Montag um 15 Prozent auf 22,59 Euro abstürzen, während die Papiere des Käufers um vier Prozent stiegen. United Internet habe die Versatel-Papiere günstiger bekommen als an der Börse spekuliert wurde, begründete ein Händler in Frankfurt die gegenläufige Kursentwicklung.

Versatel bietet Sprach- und Internetanschlüsse für Privat- und Geschäftskunden an und hat ein eigenes Glasfasernetz, das 25 Prozent der Bevölkerung erreicht. Das wäre für United Internet attraktiv, weil die Firma bisher kein eigenes Netz besitzt und auf die Infrastruktur von Konkurrenten zurückgreifen muss. Die erst seit April 2007 börsennotierte Versatel gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Apax und gilt in der Branche schon länger als Übernahmekandidat.

United Internet fährt zweigleisig, um die Konzentration im Markt für schnelle Internetzugänge (DSL) voranzutreiben. Seit längerem schon versucht Dommermuth zusammen mit dem kleinen Mobilfunkdienstleister Drillisch, Freenet zu schlucken, um die Firma aufzuspalten. Obwohl die Übernahmegespräche für gescheitert erklärt wurden, stockten beide Unternehmen ihren Anteil an dem Konkurrenten auf rund 20 Prozent auf.

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